Ein- und Aussichten in Plessis-Lastelle

Plessis-Lastelle liegt in den Marais du Cotentin, fünf Kilometer südöstlich von Lithaire. Eine kleine, ländliche Gemeinde und auf den ersten Blick recht unscheinbar. Wäre da nicht der Donjon, der Rest eines alten Bergfrieds. Von hier aus starten gleich drei Wanderwege mit dreieinhalb, neun und 16 Kilometern Länge. Letzterer führt bis zum Mont Castre und wieder zurück, doch wir haben uns heute wir die kleine Gassistrecke entschieden.

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Der Donjon von Plessis-Lastelle ist heute Aussichtspunkt und Kreuzweg.

Der Donjon stammt aus dem 11. Jahrhundert und diente dazu, zu beobachten, was sich so auf den Marais tummelte, ob Freund oder Feind im Anmarsch waren. Ähnlich hielten es die deutschen Truppen im Sommer 1944. Von hier nämlich konnten sie bestens ausspähen, wie sich der Vormarsch der Alliierten entwickelte. Der Donjon wurde in diesen Kriegstagen fast völlig zerstört und lag über 20 Jahre in Trümmern. Erst 1967 begann ein Trupp von Freiwilligen, aus den Überresten zu retten, was zu retten war. Neben Tafeln mit Wissenswertem rund um die Geschichte des Donjons wurde auch ein Kreuzweg angelegt.

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Der Calvaire hinauf zum Bergfried lädt zum Innehalten ein.

Doch das wirklich überraschende am Aufstieg ist wirklich die fantastische Sicht auf die Sümpfe bei Georges und das Torfmoor bei Baupte. Vor allem im Frühjahr, wenn die Marais noch voller Wasser stehen, bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Sumpflandschaft.

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Auch bei schlechtem Wetter ist der Ausblick auf Weiden und Sümpfe echt überwältigend.

Die Marais erkunden

Von den drei Wanderwegen nehmen wir heute den kürzesten, der Richtung Marais führt. Der ist ein ganzes Stück sogar geteert. Erst am Eingang zu den Marais hört der Weg ganz auf, befestigt zu sein. Dafür wartet hier eine echte Überraschung auf uns: Ein "Chien de Marais", ein Hund der Sümpfe.

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Ein "Chien de Marais", ein Hund der Sümpfe, ist ein versteinerter Baum.

Dabei handelt es sich um versteinerte Bäume oder Wurzeln, die im Torfmoor entstanden sind und  bizarre Formen und Oberflächen ausgebildet haben.  Von hier aus geht es einen Grasweg entlang immer näher ans Wasser, doch der Weg selbst ist erstaunlich trocken.

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Auf vielen Weiden steht im Frühjahr in den Marais noch das Wasser.

Über einen Schotterweg geht es Richtung Donjon zurück, vorbei an bereits abgetrockneten Weiden. Hier schlagen sich die ersten Kühe den Bauch mit frischem Frühlingsgras voll und Ben fällt sofort in Hütemodus.

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Ben ist von den Kühen fasziniert.

Der Weg führt noch an einigen wildromantischen Häusern vorbei, bevor er er auf der Hauptstraße mündet, die von Pèriers nach Saint-Jores führt. Etwa 300 Meter müssen auf der zum Glück nicht sehr frequentierten Straße absolviert werden, bis Sie wieder am Parkplatz sind.


So kommen Sie zum Donjon in Plessis-Lastelle

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