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Ein Loblied auf den Winter in der Normandie

Der Sommer ist vorbei. Von einem Tag auf den anderen haben sich Strände, Märkte und Straßen geleert. Nur die Rentner, Dauerreisenden und Hundeurlauber sind noch in der Normandie. Die hat nicht nur vom Frühling bis zum Herbst viel zu bieten, sondern durchaus in den Wintermonaten. Warum Ihr unbedingt im Winter mit Eurem Hund in die Normandie reisen solltet, verrate ich Euch in diesem Blogbeitrag.

Ein Border Collie bellt
Auch meine Hunde lieben den Winter in der Normandie – das Wasser ist sogar zum Baden noch warm genug.

Die Schwalben hängen wie Noten einer himmlischen Partitur in den Telefondrähten, bevor sie die Normandie Richtung Süden verlassen. Die ersten Jäger streifen durch die Salzwiesen, die grauer sind als im Vorjahr. Die meisten Urlauber sind weg, nur ein tapferer Trupp an Hundeurlaubern bevölkert noch die Strände. Dabei ist durchaus ein ruhiges Spätsommerwetter, mal etwas trüb, mal sonnig. Meist hält sich das, von Stürmen unterbrochen, bis in den November oder gar Dezember. Weihnachten 2015 haben wir Rasen gemäht und auf der Terrasse gesessen – nicht ungewöhnlich für den Winter in der Normandie.

Winter in der Normandie – so wird das Wetter

Der Winter gehört hier für mich mit zu den liebsten Jahreszeiten (in Deutschland habe ich ihn gehasst). Das Wetter hält jeden Tag Überraschungen parat. Mal windig, dann sonnig, ein Regenguss, mal Nachtfrost (aber eher selten) und ein bisschen Schnee (auch selten). Das Wetter wechselt schnell und häufig, die See ist meist bewegt. Alles in allem: Es sind spannende Monate. Und das beste daran: Ich bin in dieser Zeit auf dem Cotentin fast völlig alleine. Ich kann stundenlang mit den Hunden spazieren gehen, ohne auch nur einen Menschen zu treffen.

10 unschlagbare Gründe für einen Winterurlaub in der Normandie

Neben dem Wetter (das müsst Ihr mögen) und der kontemplativen Ruhe gibt es weitere Gründe, die für einen Winterurlaub in der Normandie sprechen:

1. Richtig lange ausschlafen

Die Sonne geht im Winter auf dem Cotentin sehr spät auf, so richtig hell wird es erst gegen 9 Uhr. Denn die Halbinsel liegt westlich des Nullmeridians, der östlich von Caen durch die Normandie verläuft. Meine Hunde und ich genießen diese Zeit und bleiben viel länger entspannt im Bett liegen. Herrlich!

2. Unglaubliche Lichtstimmungen erleben und festhalten

Die schnellen Wetterwechsel sorgen für Lichtstimmungen unglaublicher Schönheit. Vor allem, wenn Ihr gerne fotografiert, werdet Ihr von diesem himmlischen Licht begeistert sein. Und Ihr müsst noch nicht einmal früh aufstehen, um tolle Sonnenaufgänge und Nebelstimmungen im Bild festhalten zu können (siehe Punkt 1).

Pointe d'Agon.
Im Winter habt Ihr das beste Fotolicht und könnt dazu noch ausschlafen.

3. An Silvester wird (fast) nicht geknallt

Den Normannen selbst würde es wohl kaum einfallen, das neue Jahr mit Feuerwerk zu begrüßen. In den größeren Touristenorten wird zuweilen ein organisiertes Feuerwerk angeboten, privat böllern die Franzosen an Silvester nicht. Sie investieren lieber das Geld in gutes Essen und Trinken. Wenn Ihr Pech habt, bringt ein britischer oder deutscher Urlauber seine Knallkörper mit in den Urlaub – das ist aber die Ausnahme!

4. Manche Spezialitäten gibt es nur in den Wintermonaten

Geschlemmt wird dagegen in den Wintermonaten gerne und viel, gerade an Weihnachten und Neujahr bekommt Ihr frische Meeresfrüchte und Fisch. Manche der Spezialitäten aus dem Meer gibt es nur im Winter, zum Beispiel frische Jakobsmuscheln. Die normannischen Fischer dürfen diese erst ab Oktober aus dem Wasser ziehen und nur dann solltet Ihr welche kaufen – der Geschmack ist unvergleichlich und die Frische auch. Der Preis ist,gemessen an dem, was Ihr in Deutschland zahlt, geradezu lächerlich.

5. Fantastische Naturerlebnisse

Im Winter könnt Ihr zudem die Natur der Normandie von einer ganz besonderen Seite kennenlernen. So verwandelt sich zum Beispiel der Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin in eine unendliche Seenlandschaft. Die Sümpfe werden weiß, sagen die Einheimischen dazu, wenn Himmel und Wasserfläche sich vereinen. Die Sümpfe sind in dieser Zeit zudem Überwinterungsgebiet für zahlreiche Zugvögel. Auch die Havres der Westküste der Manche werden von Zugvögeln frequentiert und dienen diesen als Rastplatz oder Winterquartier.

6. Die Normandie von ihrer wilden Seite kennenlernen

Ganz ehrlich: Ich liebe Winterstürme, trotz aller Unbilden, die sie mit sich bringen. Euer Normandieerlebnis ist erst komplett, wenn der Wind um Euer Ferienhaus getobt hat und Ihr Euch bei knisterndem Kaminfeuer und Kerzenschein gefragt habt, wann der Strom wieder da ist: Das ist Abenteuerurlaub auf normannische Art. Dazu kommt, dass durch die Stürme in Herbst und Winter viel Interessantes an die Küsten gespült wird. Das waren im vergangenen Winter zum Beispiel eine riesige Boje von der Insel Jersey oder die faszinierenden Entenmuscheln, die im Herbst 2017 in Massen angeschwemmt wurden.

Entenmuscheln am Strand des Cotentin.
Seltene Gäste an den Stränden der Normandie: Entenmuscheln. Sie wurden durch die Stürme angespült.

7. Den Frühling willkommen heißen

Schon ab Mitte Januar beginnt es überall zu blühen auf dem Cotentin und der Frühling liegt in der Luft. Kamelien zeigen sich bereits im Januar-Februar, auch der Stechginster setzt die ersten Farbtupfer. Die ersten Mimosen blühen an geschützten Orten ab Mitte Februar bis in den März hinein. Insgesamt könnt Ihr Euch bereits sehr früh im Jahr in der Normandie einen Frühlingskick verschaffen und dem Winterblues Lebewohl sagen.

8. Sehenswürdigkeiten entspannt erkunden und besondere Veranstaltungen besuchen

In der Hauptsaison zum Mont-Saint-Michel? Vielen Hundemenschen ist das ein Graus. Im Winter pilgern viel weniger Menschen zum Klosterberg, sodass Ihr Euch auch mit Hund auf den Weg machen könnt. Zusammen mit den Grandes Marées, die vor allem Frühjahr beeindruckend sind, bekommt Ihr ein besonderes Naturschauspiel zu sehen. Auch viele der größeren Museen sind ganzjährig geöffnet, aber viel weniger frequentiert. Viele kleinere Sehenswürdigkeiten sind zwar im Januar geschlossen, aber die meisten machen im Februar oder zumindest für die französischen Weihnachts- und Winterferien wieder auf. Es ist weniger los im Winter, dafür gibt es  unterhaltsame Veranstaltungen, wie zum Beispiel das beliebte Silvesterschwimmen, die Ihr besuchen könnt.

9. Resturlaub verbrauchen

Ja, der liebe Resturlaub – was habe ich es gehasst, ihn immer im Februar und März nehmen zu müssen. Meist habe ich ihn dann mit dem Frühjahrsputz verbracht. Keine Lust auf Skifahren oder Fasching? Die Normandie ist das ideale Reiseziel. In der Tat gibt es hier nur in Granville nennenswerte närrische Aktivitäten. Die sind  dafür gleich so bedeutend, dass der Carnaval de Granville gar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO erklärt wurde.

10. Geld sparen

Wer in der Hauptsaison reist (oder der Kinder wegen reisen muss), der weiß, dass die Preise für eine Ferienunterkunft in der Normandie im Juli und August kräftig anziehen. Das ist verständlich, müssen die meisten Gastgeber doch in diesen zwei Monaten den Großteil ihres Einkommens erzielen. Im Winter ist dagegen in so manchem Ferienhaus der Normandie ein echtes Schnäppchen zu machen – gut für die Haushalts- und Urlaubskasse.


Winter in der Normandie – ein Fazit

Der Winter ist eine tolle Jahreszeit in der Normandie, wenn Ihr richtig entspannen wollt. Die Strände habt Ihr und Eure Hunde in dieser Zeit wirklich für Euch alleine. Die Normandie ist im Winter so ganz anders als im Sommer, aber nicht weniger schön. Schnee gibt es allerdings selten, aber auch das ist total faszinierend. Schaut Euch das Video an:

Und? Kommt Ihr im Winter in die Normandie?

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Kommentare: 1
  • #1

    Cathrin (Mittwoch, 05 September 2018 20:56)

    Mal wieder sooo toll dein Artikel...❤ ❤❤


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