Ora et latra* – mit dem Hund in der Abbaye de la Lucerne

Die Normandie hat zahlreiche Klöster und Abteien. Viele sind dem Verfall preisgegeben, andere sind beeindruckende Sehenswürdigkeiten und dritte befinden sich in Privat-/Kirchenbesitz. Fast allen (außer es stehen wirklich nur noch Grundmauern) gemeinsam ist: Ihr dürft mit Hund nicht rein. Genauso wenig wie in Kirchen und auf Friedhöfe. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wir waren in der Abbaye de La Lucerne, ein paar Kilometer südöstlich von Granville. Hier konnte ein guter Kompromiss für Hunde und Menschen gefunden werden.

Ein Nebengebäude der Abbaye de la Lucerne in der Normandie spiegelt sich im ehemaligen Mühlensee
Klein und kontemplativ: Die Abbaye de la Lucerne

Die Abbaye de la Lucerne wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Malerisch schmiegen sich Kirchen- und Wirtschaftsgebäude heute in die Auen des Thartales, nur wenige Kilometer von Granville entfernt. Irgendwo dort, wo sich normalerweise Hühner und Fuchs Guten Abend sagen. Die Abtei zählt zu einer der ältesten der Prämonstratenser in der Normandie. Viele Kostbarkeiten gilt es zu entdecken, die romanische Kirche, den Glockenturm, den ehemaligen Kreuzgang, das Refektorium, den Park mit seinen uralten Bäumen, das alte Waschhaus. Von manchen Gebäuden sind nur ein paar Mauern erhalten: Denn nach der Französischen Revolution wurde die Abtei als Staatseigentum verkauft und als Baumwollspinnerei  genutzt. Das Unternehmen ging pleite, die einstmals so stolze Abtei wurde als Steinbruch ausgeschlachtet und dem Verfall preisgegeben. Es ist Abbé Marcel Lelégard und der Fondation Abbaye de La Lucerne d’Outremer zu verdanken, dass die Gebäude seit 1959 restauriert werden. Die selbe Stiftung zeichnet im Übrigen auch für den Wiederaufbau des Château Fort in Pirou verantwortlich. Der Abt hatte nicht nur die Rettung der Gebäude im Sinn, sondern gründete zudem die "Fraternité de L’Abbaye de la Lucerne", die bis heute Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen in der Abtei durchführt.

Mit dem Hund ins Kloster - so geht's

Gläubiges Leben und Sightseeing? Ja das geht. Und es geht sogar mit Hund. Denn die Regelung, die in der kleinen Abtei gefunden wurde, ist durchaus praktikabel: Ihr dürft mit Hund an der Leine in den Park, aber nicht in die Gebäude. Dafür wurden extra überall ein Haken in die Wand gelassen und so ein Hundeparkplatz errichtet. Da es nur einen Ausgang durch das Kassengebäude gibt, hätte ich keine Angst, dass ein anderer Besucher Dognapping begeht, zumal die Anlage recht überschaubar ist. Idgie fands zwar nicht wirklich witzig, mich immer im dunklen Schlund eines Gebäudes verschwinden zu sehen und hat manches Mal obige Aufforderung* "bete und belle" nur allzu wörtlich genommen, aber als braves "Frauchen" bin ich in kürzester Zeit ja immer wieder brav und unbeschadet wieder aufgetaucht.

Abbaye de la Lucerne mit Hund – lohnt sich das?

Meine Meinung lautet ganz klar: Ja! Auch wenn Ihr etwas eingeschränkt seid, weil Ihr die Hunde immer mal wieder parken müsst,aber die ganze Anlage ist sehr bezaubernd (ohne permanent zu schreien: Schau her, wie toll ich bin!). Es ist ein kleiner und stiller Ort und mir haben vor allem die schlichte Schönheit (schaut Euch diese Fenster im Refektorium an!) und die vielen kleinen Details begeistert. Auch, dass die Abtei einen gewissen maroden Charme versprüht, finde ich persönlich sehr sympathisch. Ich habe leider keine Ahnung, wie voll es in den Sommerferien hier ist, aber im Herbst war es ruhig, kontemplativ und außer fünf weiteren Menschen (und einer erst später ankommenden Wandergruppe) sehr leer. Wenn die Ausstellung über dem Eingangsbereich geöffnet is, nehmt Euch ein bisschen Zeit dafür! Dort sind großformatige Bilder vom historischen Zustand der Ruine zu sehen, die Euch einen Eindruck von der Leistung der Fondation verschaffen.

Die Hunde fanden vor allem den Teil hinter der Klosterkirche spannend, es muss sehr gut gerochen haben. Etwas verwirrt haben mich die Rundgang-Schilder, aber die sind nun mal auf Besucher ohne Hund ausgelegt und führen Euch durch die romanische Kirche und auf Höhe des Querschiffs wieder raus. Wenn Ihr mit Hund einmal um die Kirche lauft, kommt Ihr aber auch beim Refektorium raus.

Eine Bitte: Haltet Euch an die Vorgaben, nehmt die Hunde nicht mit in die Gebäude und lasst sie an der Leine. Bringt Kotbeutel mit, die gibt es nicht (wir haben leider fremden Hundekot auf der Wiese eingesammelt). Völlig unnötig auch zu sagen, dass Ihr über keine Absperrungen klettern sollt, oder?

Interaktiver Übersichtsplan

Praktische Informationen

Für den Rundgang mit Hund braucht Ihr circa eine Stunde.

Geöffnet ist von Ende März bis Ende September, in den französischen Herbstferien und vom Wochenende vor Weihnachten bis zum 31. Dezember. Öffnungszeiten: Ende März bis Beginn Sommerferien, Ende Sommerferien bis Ende September: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr. Sonntag und Feiertag am Vormittag geschlossen. Sommerferien: 10 bis 18.30 Uhr. Sonntag/Feiertag:  14 bis 18.30 Uhr . Herbstferien (Ende Oktober) und Weihnachten (21.12. bis 31. Dezember): 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen vormittags geschlossen. Geschlossen am 1. Weihnachtsfeiertag. Eintrittspreise (2019): Erwachsene 7 Euro, Kinder (7 bis 17 Jahre) 4 Euro, Kinder (jünger als 7 Jahre): kostenfrei, reduzierter Tarif: 5 Euro, Familientarif (2 Erwachsene, 3 Kinder): 22 Euro. Hunde kostenfrei. Wenn Ihr das Schloss Pirou besucht habt, bekommt Ihr gegen Vorlage Eures Billets ermäßigten Eintritt (und umgekehrt).

Die einzelnen Stationen sind mit Tafeln auf Französisch und Englisch erklärt. Zusätzlich erhaltet Ihr Erläuterungen auf Deutsch an der Kasse.

Mehr Infos (auf französisch, englisch und spanisch): http://www.abbaye-lucerne.fr/index.php

Hinkommen: Ihr fahrt die die D973 von Granville Richtung Avranches. Der Abzweig "Abbaye de la Lucerne" ist nach links ausgeschildert. Einfach weiter der Beschilderung folgen. Koordinaten fürs Navi: 48.791508, -1.467660.

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