Anreise in die Normandie

Alle Wege führen in die Normandie – zumindest fast alle. Der bequemste Weg, in die Normandie zu reisen, ist der eigene Pkw oder das eigene Reisemobil. Aber es existieren auch sehr gute Zugverbindungen und sogar Fernbusse steuern die Normandie mittlerweile an.

Mit Auto und Wohnmobil in die Normandie

Vom Westen und vom Norden Deutschlands reist Ihr am einfachsten über Aachen-Lüttich-Valenciennes oder über Eindhoven-Antwerpen-Lille an, aus dem Süden erfolgt die Anfahrt über Saarbrücken-Metz-Reims. Von dort aus habt Ihr die Möglichkeit, entweder über die Autobahn über Amiens-Rouen zu fahren oder die Strecke durch Paris zu nehmen. Letzteres empfiehlt sich wegen des Verkehrs auf dem Boulevard périphérique allerdings nur nachts oder in den frühen Morgenstunden, oder aber, wenn Ihr ohnehin Frankreichs schöner Hauptstadt einen Besuch abstatten wollt.

Wenn Ihr mit dem Wohnmobil reist, lohnt es sich auch, von der Autobahn runter und ein Stück über die RN zu fahren. Wir haben vorzugsweise in Reims die Autobahn verlassen und sind dann nördlich an der französischen Hauptstadt über die N31 und Soissons, Compiègne und Beauvais nach Rouen gezuckelt.

Für alle Anfahrten über zweispurige Nebenstraßen gilt: Seit dem 1. Juli 2018 wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h gesenkt, um die Zahl der Toten auf Landstraßen zu verringern. Die Zwischenbilanz fällt, zumindest in der Manche, eher ernüchternd aus: So wurden bis Ende November 2018 587 Menschen im Straßenverkehr verletzt und 33 getötet. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 269 Verletzte und 31 Getötete. Landesweit ist insgesamt ein leichter Rückgang von 1,8 % bei den im Verkehr Getöteten zu konstatieren.

Radarfallen sind auf nahezu allen Landstraßen zu finden. Viele der alten Modelle werden vorher mit einem entsprechenden Hinweisschild angekündigt. Bei den neueren Blitzern, die auch in beide Richtungen blitzen können, wird auf diesen freundlichen Hinweis meist verzichtet. Zudem geht die Polizei in der letzten Zeit verstärkt dazu über, mobil zu messen. Dazu verstecken sich die Beamten mit dem Fahrzeug oder auch zu Fuß hinter den Hecken – und davon gibt es gerade in der Normandie viele! Das Département La Manche hat außerdem ein privates Unternehmen mit Radarkontrollen beauftragt – diese bewegen sich mit harmlos aussehende Zivilfahrzeugen auch im fließenden Verkehr und messen Eure Geschwindigkeit.

Ein Wohnmobil steht in den Dünen der Normandie.
Eine bequeme Art, in die Normandie zu kommen, ist das eigene Wohnmobil.

Apropos Maut in Frankreich

Die Autobahnen in Frankreich kosten Maut – in der Normandie bis Caen. Dafür bekommt Ihr aber auch phantastisch gepflegte Straßen, auf denen das Reisen ein Genuss ist. An den klassischen Mautstellen könnt Ihr auf drei Arten bezahlen: Mit Bargeld, per Kreditkarte oder mit LIBER-T. Wenn Euch das Bezahlen mit Kleingeld oder Kreditkarte zu aufwendig ist, könnt Ihr mit dem französischen télépeage-System bezahlen. Ihr erhaltet zum Beispiel bei bipandgo einen kleinen Badge, der an die Windschutzscheibe geklebt wird und der die Schranke an der Mautstelle mit einem vernehmlichen "piep" auslöst. An vielen Mautstellen könnt Ihr sogar zügig mit 30 km/h durchrauschen und am Stau vor den Kassenautomaten fahrt Ihr lässig winkend einfach vorbei. Der Autobahnbetreiber SANEF testet darüber hinaus ein neues System der Mautabrechnung. Statt der bekannten Mautstationen fahrt Ihr unter einer Brücke durch (ähnlich wie beim deutschen Lkw-Maut-System), Euer Fahrzeug wird elektronisch erfasst. Das funktioniert entweder über das bekannte LIBER-T-System (also bipandgo oder Tollcollect), über ein spezielles Etikett oder über eine Online-Anmeldung. Das System wird 2019 in Lothringen bei Boulay getestet. Das liegt zwischen der Französischen Grenze und Metz und ist somit für alle bedeutsam, die aus Deutschlands Süden in die Normandie reisen. In 2021 oder 2022 soll das neue System bereits auf der A13 zwischen Caen und Paris das alte System ersetzen. Spätestens dann solltet Ihr über ein elektronisches Abrechnungsverfahren für Euer Fahrzeug nachdenken, auch wenn SANEF noch betont, es werde eine wie auch immer geartete Barzahlungsmöglichkeit geben, da noch zwischen 10 und 20 Prozent aller Autofahrer die Maut bar bezahlen.

Wir lieben ja unsere bip&go-Box und würden Sie nie mehr hergeben – allein der fehlenden Verrenkungen an der Mautstation wegen. Für mich als kleine Frau ist es mit VW-Bus oder Gespann jedes Mal eine sportliche Herausforderung gewesen, Tickets zu ziehen oder Geld passend in den richtigen Schlitz zu werfen. Wirklich (finaziell) lohnen tut sich der Badge erst, wenn Ihr mindestens einmal im Jahr nach Frankreich fahrt, denn Anmeldung und Versand nach Deutschland schlagen mit 20 Euro zu Buche. Dafür gewährt aber der Anbieter bipandgo allen Mitgliedern der facebook-Gruppe chienNormandie bis zum 30. April einen Rabatt von 5 Euro. Den Promo-Code könnt Ihr nach Anmeldung in der Gruppe kopieren und bei der Anmeldung eingeben.

BIPandgo das elektronische Abrechnungssystem für die Autobahnmaut ijn Frankreich
Für das elektronische Mautsystem braucht Ihr einen Badge, den Ihr zum Beispiel bei Bipandgo bekommt. Den klebt Ihr einfach neben den Innenspiegel. Künftig werden Eure Durchfahrten durch die Mautstelle erfasst und Ihr bekommt einen monatliche Abrechnung.

Benzin- und Dieselpreise

Seit Anfang des Jahres 2018 sind vor allem die Preise für Diesel eklatant gestiegen. Das hat einen Grund: Die französische Regierung möchte dem Diesel den Garaus machen. Die Zeche zahlen vor allem die Menschen im ländlichen Raum, die auf das Fahrzeug angewiesen sind. Euch als Urlauber kostet der Diesel dann pro 50-Liter-Tankfüllung rund zehn Euro mehr, als noch in 2017. Am günstigsten tankt Ihr an den Tankstellen der Supermärkte, die oft mit EC-Karte auch noch nachts und am Wochenende Sprit ausspucken. Günstige Tankstellen in Eurer Nähe findet Ihr über die Webseite Mon Essence. Die informiert Euch auch darüber, wenn es wegen Streik Probleme bei der Benzin- und Dieselversorgung gibt.  Ihr könnt auch eine App fürs Smartphone runterladen. Eine weiterhin für 2019 geplante weitere Erhöhung der Diesel- und Benzinpreise durch eine Ökosteuer brachte indes im Herbst 2018 das Fass zum Überlaufen. Die sogenannte Gelbwestenbewegung formierte sich in ganz Frankreich und brachte die Regierung Macron dazu, die umstrittene Dieselsteuer für mehrere Monate auszusetzen und ein milliardenschweres Sozialpaket auf den Weg zu bringen.

Die Umweltplakette für Paris und andere Städte

Seit 2016 gibt es auch in Frankreich Umweltzonen. Paris, Grenoble, Lille und Straßburg haben feste Umweltzonen (ZCR) eingerichtet. In diese Zonen dürft Ihr nur mit der entsprechenden Plakette einfahren. Die zweite französische Variante der Umweltzone ist die ZPA, die in Kraft tritt, wenn bestimmte Schadstoffwerte überschritten werden. Dann kommt es zu Fahrverboten für bestimmte Antriebsarten oder ältere Fahrzeuge. Solche schadstoffabhängigen Zonen bestehen im Einzugsbereich größerer Städte, die bereits eine ZCR eingerichtet haben. Andere Großstädte wie Lyon, Rennes und Toulouse haben nur eine solche temporäre Zone eingerichtet. Weitere departmentweiten ZPAs gibt’s in Puy-de-Dôme, Bouches-du-Rhône, Côte d’Or, Creuse, Deux-Sèvres, Drôme, Eure-et-Loire, Gers, Gironde, Haute-Savoie, Hérault, Isère, Loiret, Maine-et-Loire, Pyrénées-Atlantiques, Savoie, Vendée und Vienne. In der Normandie gibt es derzeit noch keine Umweltzonen. Allerdings werden sowohl Rouen als auch Le Havre diese wohl im Jahr 2020 einführen. Gut zu wissen: Zum 1. Juli 2019 wird die Umweltzone in Paris deutlich ausgeweitet. Sie umfasst jetzt alle Gemeinden, die innerhalb des äußeren Autobahnrings A86 liegen. In diese Zone dürft Ihr mit einer Plakette von Crit'Air 5 (Diesel vor Baujahr 2001) montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr nicht mehr einfahren. Schrittweise sollen Dieselfahrzeuge aus der Region Paris ganz verbannt werden. In die innere Zone dürft Ihr ab Juli 2020 nicht mehr mit Crit'Air 4 (Diesel bis Baujahr 2006), in der Metropolregion gilt das Verbot ab 2021. Fahrzeuge mit einer Crit'Air 3- oder 2-Plakette sollen 2022 beziehungsweise 2024 folgen. 

Ich empfehle Euch, vor allem wenn Ihr öfter nach Frankreich reist, die Plakette zu bestellen. Ihr könnt diese Plakette über folgenden Link ordern: https://www.certificat-air.gouv.fr/de/. Der Bestellvorgang – mittlerweile auf Deutsch – ist mit wenigen Klicks erledigt, die fälligen 3,11 Euro plus Porto werden mit Kreditkarte bezahlt. Der Versand erfolgt recht zügig, sollte die Plakette bis zu Eurem Reiseantritt nicht angekommen sein, reicht ein Ausdruck der Bestätigungs-E-Mail als Ersatz. Achtung: Ihr findet im Netz auch zahlreiche unseriöse Anbieter, die für die Feinstaubplakette bis zu 30 Euro verlangen – Finger weg!

Eine Deutsche und eine Französische Umweltplakette auf der Windschutzscheibe eines Autos
Um in die Französischen Umweltzonen einfahren zu dürfen, braucht Ihr eine Französische Crit'Air-Plakette (rechts). Die Deutsche Plakette (links) wird nicht anerkannt.

Mit öffentlichen Verkehrmitteln in die Normandie

Ganz bequem und schnell gelangt Ihr mit dem Zug in die Normandie. Thalys, TGV und ICE bringt Euch von allen größeren deutschen Bahnhöfen nach Paris. Von dort aus komm Ihr Richtung

  • Rouen, Le Havre, Dieppe, Fécamp, Évreux, Bernay, Lisieux, Deauville, Caen, Bayeux, Cherbourg vom Bahnhof Saint-Lazare
  • Alençon, Bagnoles de l'Orne, Argentan, Granville vom Bahnhof Montparnasse

weiter. Die Anreise mit Hund in den Zügen des SNCF – außer im Eurostar – ist grundsätzlich möglich, solange kein Fahrgast Beschwerde einlegt. Kleine Hunde bis 6 Kilo, die in einem Transportkorb oder einer Tasche reisen, zahlen für die Fahrt 7 Euro, große und mittlere Hunde müssen einen Maulkorb tragen und 50 Prozent des Zweite-Klasse-Tickets bezahlen (Tarife für den TGV, Intercités und TER, in anderen Zügen gelten zum Teil abweichende Preise für Haustiere). Begleithunde reisen kostenlos und sind auch von der Maulkorbpflicht ausgenommen, es muss ein Dokument vorgelegt werden, das Euren Hund als Assitenz- oder Blindenhund ausweist.

Mittlerweile ist es auch möglich, mit dem Fernbus nach Paris und von dort aus nach Caen, Rouen oder zum Mont St. Michel zu reisen. Das Unternehmen Flixbus (das leider keine Hunde an Bord zulässt) baut sein französisches Streckennetz derzeit aus und bietet somit eine interessante Alternative. Der SNCF-Ableger Ouibus bietet Busfahrten von Cherbourg, Caen und Rouen an. Leider sind auch bei Ouibus nur Blindenhunde als Passsagiere zugelassen. Das Interessante für alle, die ohne Hund reisen: Ouibus steuert sowohl den Flughafen Charles-de-Gaulle als auch den von "Billigairlines" frequentierten Flugplatz in Beauvais an. So wird auch die Kombination von Flug und Bus zunehmend interessanter. Etwas Zeit spart Ihr bei der Kombination Flug nach Paris und Weiterfahrt mit einem Leihwagen in die Normandie, wobei diese Variante hauptsächlich für Menschen mit kleinen Hunden, die als Handgepäck reisen, interessant sein dürfte.

Artikel online gestellt: Januar 2017. Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2019.

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