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Wiedersehen in Barfleur – Liebe in der Zeit der Besatzung

Weiter geht es mit unseren Buchtipps rund um die Normandie. "Wiedersehen in Barfleur" von Claire Bonamy ist die ideale Sommerlektüre, mit allen Zutaten, die man oder frau sich wünscht: Ein malerischer Ort, große Gefühle und ein Plot, der den Leser gefangen nimmt. Kommen Sie mit nach Barfleur!

Die Kuratorin Charlotte erhält einen Anruf von ihrer Großcousine. Sie glaubt, Charlottes vor fünfzehn Jahren verschwundenen Vater in Barfleur gesehen zu haben. Kurzentschlossen reist Charlotte deshalb auf den Cotentin, um die Spur zu verfolgen. Dabei trifft sie nicht nur ihre Großcousine Sophie und ihre Tante Anna wieder, die sie seit dem Verschwinden des Vaters nicht mehr gesehen hat, sondern dringt immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Familie vor. Was hat es mit dem Bild des berühmten Malers Paul Signac unter den Sachen von Charlottes Vater auf sich? Wer ist Mathilde, die eine Widmung auf der Rückseite hinterlassen hat? Und ist Charlottes Vater wirklich noch am Leben?

Die beiden Autorinnen, die hinter dem Pseudonym Claire Bonamy stecken, haben zwei Handlungsstränge entwickelt, die abwechselnd erzählt werden. Da ist zum einen Charlottes Geschichte, die ihren Vater finden will und dabei viele kleine Mosaiksteine zu einem großen Bild zusammensetzen kann und in Barfleur auch ihre Jugendliebe wiedertrifft. Diesen Part hat die Schriftstellerin Andrea Russo entwickelt. Und dann ist da die traurige Liebesgeschichte von Mathilde und Johann, Charlottes Großvater, in Zeiten des Krieges. Eine große Liebe und obendrein eine verbotene, zwischen der Französin und dem deutschen Besatzungsoldaten, für den Mathilde einen hohen Preis zahlen muss. Diesen Teil hat die Kunsthistorikerin Eva Philippon geschrieben, die auch vor Ort in Barfleur recherchiert hat.

Das Haus, in dem der Maler Paul Signac in Barfleur residiert hat

Gute Unterhaltung vor geschichtlichem Hintergrund

© Buchcover: Ullstein
© Buchcover: Ullstein

 

 

 

Der Roman "Wiedersehen in Barfleur" ist 2016 im Ullstein-Verlag erschienen.

ISBN-13 9783548287638

Beide Handlungsstränge verweben die Autorinnen schließlich zu einem Geschichtenteppich, der alle Zutaten enthält, den eine gute Sommerlektüre mitbringen sollte. Die junge, moderne Charlotte, die beruflich erfolgreich, privat aber unzufrieden ist und ihre große Liebe wiedertrifft. Das Familiengeheimnis um den verschollenen Vater.

Auf der anderen Seite die anrührende Geschichte von Mathilde und dem Soldaten Johann. Die grauenvollen Kapitel der deutschen Besatzung und  auch der Schnelljusitiz, die nach Vertreibung der Besatzer an den Frauen geübt wurde, die sich mit Deutschen eingelassen hatten, eine sogenannte "horizontale Kolloberation" begangen hatten. Dazu viel Lokalkolorit, Kultur und Kunst.

"Wiedersehen in Barfleur" schafft den Spagat zwischen guter Unterhaltung und einem ernsthaften – und akribisch recherchierten – Thema. Der Roman liest sich leicht, ohne seicht zu sein.

Einziger Wermutstropfen: Nicht alle losen Enden werden zum Schluss verknüpft, manche Themen nur anerzählt, sodass "Wiedersehen in Barfleur" nach einer Fortsetzung schreit. Die ist aber laut Andrea Russo nicht geplant – schade!


Auf den Spuren des Romans unterwegs

Die Orte, die im Roman beschrieben werden, finden Sie überall bei einem Rundgang durch Barfleur, inklusive dem Haus, in dem der Maler Paul Signac residierte (leider nicht zu besichtigen).  Wer sich für seine Malerei interssiert, wird im – nach Renovierung neu eröffneten – Musée Thomas-Henry fündig.


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