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Fotoparade II/2018: In 10 Bildern durch die Normandie und Bretagne

Im Juli habe ich das erste Mal bei Michaels Reisefotoparade mitgemacht. Und da ich zu diesem Zeitpunkt in einer fetten Krise steckte, hat mir das Stöbern in den Fotos des ersten Halbjahres echt gut getan. Und das tolle an einer solchen Blog- oder Fotoparade ist, dass man/frau neue kreative Köpfe kennenlernt. Also zumindest ihre Fotos. Und das ist total motivierend und inspirierend. Ja, und dann macht das eigene Geknipse auch wieder Spaß. Hier also kommt mein bescheidener Beitrag zur zweiten Fotoparade 2018, und wie Ihr seht, bin ich sogar ein bisschen fremd gegangen :-)

Fotoparade – darum gehts und so funktionierts

Am Ende eines jeden Halbjahres zeigt Michael von Erkunde die Welt seinen LeserInnen seine schönsten Fotos. Und ruft gleichzeitig alle ReisebloggerInnen auf, sich an der Fotoparade zu beteiligen. Und damit jedeR auch noch ein bisschen seine grauen Zellen bemühen muss, gibt es ein paar Themenvorgaben. Die dürfen variiert und verändert oder auch ganz weg gelasssen werden, wenn das Thema so gar nicht passt. Einziges wirkliches Kriterium ist, dass die Fotos aus dem aktuellen – also zweiten – Halbjahr stammen sollen und auf Reisen gemacht wurden. Ich habe deshalb meinen eigenen kleinen Mikrokosmos extra verlassen – es haben sich ein paar Bretagnebilder unter die Normandie gemogelt. Zum Zweiten müssen es mindestens sechs Fotos sein (mir fällt es ja eher schwer, überhaupt eine Auswahl zu treffen). Die Themen fürs zweite Halbjahr lauten:

  • “Abstrakt”
  • “Aussicht”
  • “Krasse Sache”
  • “Landschaft”
  • “Rot”
  • “Tierisch”
  • "Schönstes Foto"

Abstrakt

Abstrakte Fotografie mag ich schon immer, vor allem kleine Details, die sonst eher unsichtbar sind, in einen anderen Kontext zu stellen. Seit ich am Meer wohne, sind das immer öfter Kleinigkeiten aus Fischernetzen und Hummerkörben, die es mir angetan haben. So auch dieses, das in Carteret am Hafen an einem Abend im September entstanden ist. Eigentlich war ich wegen Wood dort, dem Hund, der zu diesem Zeitpunkt schon fast zwei Monate unterwegs war. Trotzdem habe ich auf die Schnelle ein paar Fotos geschossen. Und das tollste an der Geschichte ist – die Leser meiner Seiten wissen das – am nächsten Abend konnte Wood gefangen werden. Also verbinde ich mit diesem schlichten blauen Knoten einige schöne Erinnerungen.

Fischernetze in Carteret.
Ein wirres Knäuel im Hafen von Carteret, schnell fotografiert an einem "Jagdabend" am 27. September 2018.

Aussicht

Als bekennender Höhenverweigerer fällt mir dieser Punkt besonders schwer. Denn Aussicht ist für mich auch mit Höhe und Weite verbunden. Ich bekomme schon wackelige Beine, wenn ich auf einer zwei-Meter-Leiter stehe. Keine gute Aussichten also :-) Allerdings waren wir im September über die Route des Caps  ans Nez des Jobourg gefahren.  Dort können eigentlich alle, die nicht schwindelfrei sind, die Aussicht genießen. Mein Foto entstand nicht Richtung Nez sondern Richtung Goury. Dass die Hortensien scharf und der Leuchtturm im Hintergrund dem Spiel mit der Tiefenschärfe zum Opfer fällt, ist durchaus so gewollt (das Foto gibt es auch noch genau anders rum).

Verblühte Hortensien im Vordergrund, Leuchtturm im Hintergrund
Blick vom Nez de Jobourg Richtung Goury, 19. September 2018.

Krasse Sache

Ganz ehrlich, hätte ich von dieser Rubrik gewusst, hätte ich folgende Fotos aus der Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen" gemacht:

  • Von meinen nackten Füße in Wandersandalen, als wir uns auf einem neu zu testenden Wanderweg befanden, der sich als drei Kilometer langes Schlammloch entpuppte.
  • Vom territorial veranlagten Pferd, das neben der alten deutschen Bunkeranlage graste, von der es im Internet hieß: "Frei zugänglich". Das Schlachtroß (Stockmaß 1.80 Meter, Gewicht 1 Tonne) kam plötzlich um die Ecke und auf mich und die Hundis im Galopp zugeschossen, sodass wir es in Stierkämpfer-Manier gerade noch von der Weide geschafft haben. Leider habe ich kein Foto für Euch. Nicht vom Pferd und nicht von der wirklich beeindruckenden Anlage. (Liebe Kinder: Glaubt nicht alles, was im Netz steht, es kann mächtig ins Auge gehen.)

Ansonsten war das Halbjahr von einer Menge krassen Sachen begleitet. Die meisten davon haben mit Menschen zu tun. Ihren Handlungen, die oft völlig irrational sind. Merkwürdigen Gefühlsäußerungen. Also Dingen, mit denen ich ein Buch füllen könnte. Die aber schlecht auf ein Foto passen :-O und auch nicht wirklich zum Reisethema.

Also erzähle ich Euch eine andere Geschichte:

Eine Frau brät Bratwürste auf dem offenen Feuer. Foire de Lessay
Wurstbäterin auf der Foire de Lessay, 7. September 2018.

Das nebenstehende Foto wurde auf der Foire de Lessay gemacht. Das ist einer der ältesten und größten Jahrmärkte in ganz Frankreich. Ihr könnt hier fast alles kaufen, vom Plüschtier bis zum Esel, vom Hammer bis zum SUV. Landmaschinen, Möbel, Tand, Wein, Käse und sogar Hunde. In bestimmten Bereichen dieses riesigen Marktes stehen die Grills, auf denen Würstchen, aber auch komplette Lammkeulen schmurgeln. Diese Grills werden, wie überall in der Normandie noch üblich, mit echtem Holzfeuer betrieben. Entsprechend qualmt und brennt es an allen Ecken und manchmal sieht man die Hand vor den Augen nicht mehr. Aber es gehört dazu! Es ist ein Erlebnis für sich, den Rauch, das dampfende Fett und das bratende Fleisch mit den Nasenflügeln einzusaugen. Auf jedem Markt in der Normandie könnt Ihr das haben – nicht so krass wie in Lessay, wo es bestimmt hundert dieser Grillstände gibt. Aber im Kleinen gibt es diese Stände auf jedem Wochenmarkt. Und sonntags vor jeder kleinen Metzgerei. Und das, was da vor sich hinbrät, schmeckt auch noch unvergleichlich lecker.

Jetzt kommt die Pointe: In Granville (für Uneingeweihte: Das "Monaco des Nordens", circa 50 Kilometer nördlich des Mont-Saint-Michel an der Westküste der Manche gelegen), hat die Stadtverwaltung den Marktbeschickern im Herbst untersagt, ihre Grillstätten weiterhin mit Holzfeuer zu betreiben. Es gab sogar eine Online-Petition gegen dieses Verbot, die leider erfolglos blieb. Es ist nur eine winzige Randnotiz in den Nachrichten dieser Tage, aber ein Beispiel dafür, wie krass sich Frankreich zur Zeit verändert. Leider nicht zum Positiven.

Landschaft

Und wo bleibt jetzt die Bretagne? Aber hallo, bei Landschaft natürlich! Nun gibt es auch viel Landschaft in der Normandie, ohne Frage, aber wir haben uns tatsächlich zu den Bretonen getraut :-O . Das folgende Bild ist an der Pointe du Grouin entstanden, ein Stück nördlich von Cancale. Auch wenn das noch nicht wirklich weit in der Bretagne drin ist, habt Ihr hier alles, was die Landschaft ausmacht. Eine zerklüftete Küste, Felsen, Meer, ins Wasser geworfene, bizarre Gesteinsformationen, Wind. Von hier aus könnt Ihr übrigens prima bis in die Normandie schauen – entsprechende Sicht vorausgesetzt, reicht der Blick bis nach Granville und über die Bucht bis zum Mont-Saint-Michel. wenn Ihr da rüber fotografieren wollt: Es sollte wirklich klar sein, und Eure Brennweite entsprechend. Meine eingepackten 200 Millimeter waren definitiv zu wenig.

Felsen, Meer und Leuchtturm in der Bretagne
Die Landschaft an der Pointe du Grouin, 8. November 2018.

Rot

Das nächste Foto hatte ich in meinen persönlichen facebook-Account hochgeladen und gefragt, ob jemand entschlüsseln kann, was das ist. Das Rätsel ist bis heute ungelöst, das Bild hätte auch zu "Abstrakt" gepasst, aber aus naheliegenden Gründen ist es nun in der Kategorie Rot gelandet. Wer hat eine Idee, was das ist? Der Tipp: Das Foto ist auf der Foire de Lessay entstanden.

Detailaufnahme eines landwirtschaftlichen Geräts.
Abstrakte Kunst auf der Foire de Lessay, 7. September 2018.

Tierisch

Wer jetzt Fotos von den Wauzis erwartet, der wird bitter enttäuscht. Denn den Vogel im wahrsten Sinne des Wortes hat diese Möwe in Saint Malo abgeschossen. Sie poste sehr hartnäckig und ausdauernd, wahrscheinlich in Erwartung toller Leckereien, mit denen sie sonst von den Touristen verwöhnt wird. Wahrscheinlich hätte sie auch zu den Hundeleckerli nicht nein gesagt, ich habe ihre dezente Bettelei trotzdem ignoriert und habe sie ungefüttert zurückgelassen.

Eine Möwe sitzt auf der Befestigungsmauer in Saint Malo in der Bretagne.
Diese Möwe macht sich vor einer der vorgelagerten Inseln in Saint Malo ganz hervorragend als tierisches Fotomodel.

Schönstes Foto

Kennt Ihr das, auf den Auslöser zu drücken und das Bild, seine Bearbeitung bereits vor dem inneren Auge zu sehen, es mental zu entwickeln. So ging es mir bei diesem Bild: Es war schon beim Machen klar, dass es Schwarz-Weiß werden muss. Mein absoluter Favorit in diesem Hakbjahr, weil einfach zeitlos. Und von hoher Symbolkraft: Der Mensch, so klein in mitten der Natur. Entstanden ist es an einem meiner Lieblingsplätze auf dem Cotentin, in Goury, dem "anderen Finistère".

Eine Frau steht in den Felsen und schaut zum Leuchtturm in Goury in der Normandie.
L'autre finistère – Goury, 19. September 2018.

Zugabe: Drei Herzensfotos

Drei Hundebilder gibt es als Zugabe obendrauf. Weil ich froh bin, dass Idgie wieder gesund ist.  Weil ich dankbar bin, mit meinen zwei Fellnasen durch die Normandie streifen zu können. Und weil ich mich freue, dass unser Ben heute exakt zwei Jahre bei uns ist.

Das beste kommt zum Schluss: Inspirierende Fotostrecken der Fotoparade

Wenn Ihr es bis hier hin geschafft habt, nehmt Euch noch Zeit, die tollen Beiträge der anderen ReisebloggerInnen anzuschauen. Zum einen, weil es wirklich beeindruckende Fotos sind, zum anderen, um Euch für Eure eigene Reisefotografie zu inspirieren. Diese Leckerbissen habe ich mir diesmal rausgesucht:

  • Steflei Fotografie zeigt nicht nur tolle Reisefotos, sondern hat noch einen irren Fototipp für ein bezauberndes Bokeh im Gepäck.
  • Beeindruckende Fotos wirklich aus aller Welt zeigen die Phototravallers. Da werde ich schon ein kleines bisschen neidisch :-)
  • Ich glaube Lichtträumer hatte ich schon das letzte Mal verlinkt ;-) Egal, ich mag diese nicht ganz alltägliche Fotosicht einfach

 

Und da die Fotoparade noch ganz am Anfang steht und bis zum 31. Januar 2019 läuft, werde ich diese Liste im Laufe der Zeit ergänzen. Ich bin sicher, dass wir noch sehr viele geniale Fotos sehen werden. Alle Beiträge werden unter diesem Link gesammelt, scjhaut mal rein! An dieser Stelle herzlichen Dank an Michael für die tolle Idee und die wahnsinnige Arbeit, die dahinter steckt. Ich freue mich schon aufs nächste Mal!

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Kommentare: 8
  • #1

    Claire von Bluebayou.co (Montag, 03 Dezember 2018 16:36)

    Toller Beitrag! Leider habe ich keine Ahnung, was das rote Bild zeigt. ;( Das schönste Bild halte ich aber auch für das schönste! Wunderschön ist das! :)

    Alles Liebe, Claire

  • #2

    Claus (Montag, 03 Dezember 2018 20:09)

    Sehr schöne Aufnahmen, aber bei dem Rot muss auch ich passen.

  • #3

    Heidrun (Montag, 03 Dezember 2018 20:49)

    gefällt mir richtig gut, mit welcher Kamera fotografierst du? Ich tippe auf Götterspeise.

  • #4

    feli (Dienstag, 04 Dezember 2018 05:46)

    Wunderschöne Bilder, die besten sind jedoch die von Idgie und Ben! Alles in allem ist das Schönste dass Idgie wieder gesund ist!

  • #5

    Julie (Mittwoch, 05 Dezember 2018 10:45)

    Wow, tolle Fotos! Besonders gut gefällt mir dein schönstes Foto!
    Ich bastle grad noch an meinem Beitrag. :)
    Liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

  • #6

    Ingrid Hammer (Mittwoch, 05 Dezember 2018 19:40)

    Superschöne Aufnahmen, ein jedes ist in seiner Rubrik genau richtig platziert.
    Leider musste ich auch bei dem "roten Bild" passen, aber vielleicht gibt es ja noch eine Aufklärung.

  • #7

    DieReiseEule (Freitag, 07 Dezember 2018 08:29)

    Die Hundefotos sind so niedlich.
    Am schönsten finde ich das Bild mit der Möwe. Das schwarz-weiß Bild ist aber auch sehr schön. Ich mag das gerne.

    Es grüßt

    DieReiseEule Liane

  • #8

    Steffi von Steflei Fotografie (Sonntag, 09 Dezember 2018 12:50)

    Ein Foto schöner als das andere! Am besten gefällt mir abstrakt und rot!
    Danke fürs Verlinken!


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