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Bücher gegen das Normandie-Weh – Teil 1: Die Klassiker

Wann wird das Reisen in die Normandie wieder möglich sein? Vermutlich nicht so bald. Aber lesen ist reisen im Kopf, und Wissenschaftler der Yale-University haben heraus gefunden, dass Menschen die viel und regelmäßig lesen, eine ein bis zwei Jahre längere Lebenserwartung haben. Deshalb stelle ich Euch in der nächsten Zeit immer wieder Bücher mit Normandie-Bezug vor. Heute: Klassiker!

Zwei alte Fischerkäne liegen im Hafen von Port-en-Bessin in der Normandie.
Lesen ist reisen im Kopf. Kommt mit auf eine Lesereise in die Normandie, zum Beispiel nach Port-en-Bessin.

Teil 1: Die Klassiker*

Habt Ihr Euch in der Schule vor den Klassikern gegraust? Diese Scheu solltet Ihr ablegen, denn gerade die Klassiker aus Frankreich sind wirklich lesenswert und erstaunlich zeitlos. Und ja: Mit Maupassant und Flaubert hat die Normandie zwei herausragende Schriftsteller ihrer Zeit zu bieten. Also: Traut Euch!

Georges Simenon: Die Marie vom Hafen. Ein kleiner, schmaler Band, aber atmosphärisch dicht. Marie ist eine stolze, unabhängige und vielleicht etwas sture junge Frau. Nach dem Tod des Vaters beschließt sie, nicht mit den jüngeren Kindern zur Verwandtschaft zu ziehen, sondern in Port-en-Bessin zu bleiben und sich selbst durchzuschlagen. Sie arbeitet als Servierin im Hafencafè. Schon bald wirbt der reiche Chatelard um ihre Gunst. Wird die eigensinnige Marie sich darauf einlassen? Simenon hat in Port-en-Bessin residiert, er kannte den kleinen Fischerort also ganz genau. Sein Schreibstil ist zwar schlicht, aber genau das macht den Reiz des Romans aus. Kein Krimi, sondern eine spröd-schöne Liebesgeschichte in neuer Auflage. ISBN: 978-3455005189.

Jules Barbey d’Aurevilly: Die Gebannte. Jules Barbey d’Aurevilly ist einer der großen Schriftsteller des Cotentin, und "die Gebannte" ist eines seiner wichtigsten und wuchtigsten Romane. Jeanne, die Frau eines Großbauern, verfällt einem dämonischen Mönch des Klosters Blanchlande in den Lessayer Heiden. Das ist düster und spooky und vermittelt nebenbei viel vom früheren Leben auf dem Cotentin. Leider ist der Schreibstil des Jules Barbey d’Aurevilly nichts für eine leichte Lektüre, lesen solltet Ihr das Werk aber dennoch. Der Autor wurde übrigens in Saint-Sauveur-le-Vicomte geboren, wo er auch hinter der Burg auf dem kleinen Friedhof beigesetzt ist. Im Ort selbst könnt Ihr Euch auf Spurensuche begeben.  ISBN: 978-3-95757-229-5.

Guy de Maupassant: Ein Leben. Ein Leben gehört für mich zu den Normandie-Klassikern, die Ihr gelesen haben müsst, auch wenn die Geschichte sehr traurig ist. Jeanne kommt von der Klosterschule auf den Landsitz ihrer Eltern zurück. Sie träumt von Romantik und großer Liebe. Doch ihr Ehemann Julien entpuppt sich als Tyrann und Ehebrecher, der ein schlimmes Ende nimmt. Die Natur der Normandie steht hier als großartiger Kontrapunkt zur tristen Geschichte. Ich mag auch Maupassants Schreibstil sehr, flüssig und empathisch schildert er seine Protagonistin. Leider gibt es das gebundene Buch aus dem Mare-Verlag nicht mehr (zumindest nicht bei Amazon), von der Version aus dem Hoffenberg-Verlag solltet Ihr Abstand nehmen, sie strotzt vor Fehlern. Eine ausführliche Besprechung gibt es hier. ISBN: 978-3-8321-8439-1

Gustave Flaubert: Madame Bovary. Der Roman Madame Bovary löste bei seinem Erscheinen 1857 einen handfesten Skandal aus, und Flaubert wurde vor Gericht gezerrt. Darum gehts: Emma ist mit dem Arzt Charles Bovary verheiratet und lebt in der normannischen Provinz. Doch das Leben ist ihr zu öde, und so gibt sie sich wilden Affären und der Verschwendungssucht hin. Die Geschichte endet für alle Beteiligten tragisch. Obwohl vor rund 170 Jahren erschienen, ist das Thema immer noch aktuell, nicht so sehr wegen des ausschweifenden Sexuallebens von Madame. Sie erscheint geradezu wie der Prototyp des modernen, egozentrischen Menschen, getrieben von Sucht und Gier. Flauberts Schreibstil allerdings ist etwas ermüdend, das Erzähltempo könnte durchaus etwas mehr Fahrt vertragen. ISBN: 978-3257207217


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