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Bücher gegen das Normandie-Weh, Teil 2

[Werbung/Partnerprogramm]Wann wird das Reisen in die Normandie wieder möglich sein? Vermutlich nicht so bald. Aber lesen ist reisen im Kopf, und Wissenschaftler der Yale-University haben heraus gefunden, dass Menschen, die viel und regelmäßig lesen, eine ein bis zwei Jahre längere Lebenserwartung haben. Also: Hier kommt meine ultimative Leseliste (Teil 2)  mit Normandie-Büchern.

Ein Drachenflieger über der normannischen Stadt Granville.
Weit über den Dächern von Granville auf dem Weg zum Meer...

Aktuelle Belletristik von U bis E*

Claudie Gallay – Die Brandungswelle: Für mich persönlich die Entdeckung des Jahres. Eine namenlose Vogelforscherin hat sich ans Cap La Hague versetzen lassen. Nicht nur, um Forschung zu betreiben, sondern auch um den Verlust ihres Liebsten zu verarbeiten. Sie wohnt bei einem Geschwisterpaar, das ebenfalls am Ende der Welt gestrandet ist. Und dann ist da noch Lambert, der für Unruhe unter den Bewohnern des Dorfes sorgt. Es passiert nicht viel in diesem Buch, aber die Atmosphäre in dem kleinen Weiler am Cap ist so treffend eingefangen, dass es Euch quasi in die Handlung reinsaugt. Ich musste dieses Buch in einem Rutsch durchlesen!

ISBN-13: 978-3442743131

Alex Capus – Leon und Louise: Nicht noch eine Liebesgeschichte, mit Zweien, die sich aus den Augen verlieren und doch ein ganzes Leben verbunden bleiben! Nein Alex Capus Werk ist zwar was fürs Herz, aber ohne jeden Kitsch geschrieben und meisterhaft erzählt. Die Normandie hat zwar nur eine Nebenrolle bekommen, dafür wurde aber der Autor im Perche in der Orne geboren. Er hat sich zudem zum Teil an der Lebensgeschichte seines Großvaters orientiert. Léon, der aus Cherbourg stammt, trifft während des Ersten Weltkriegs irgendwo im nirgendwo die toughe Luise und verliebt sich prompt in sie. Nach einem romantischen Ausflug an die normannische Küste geraten sie in einen Fliegerangriff und glauben jeweils, der andere habe dabei sein Leben verloren. Erst zehn Jahre später sehen sie sich in Paris wieder. ISBN-13: 978-3423141284

Michel Houellebecq – Serotonin: Wer Anfang des Jahres 2017 in Coutances in den Leclerc-Supermarkt kam, wurde geradezu von der Serotonin-Welle überflutet. Das ist kein Wunder, zieht der Konsumtempel doch mit diesem Buch in die Weltliteratur ein. Tief verbittert und schwer mit seinen Depressionen kämpfend macht sich der Ich-Erzähler auf die Flucht in die Normandie. Hier lässt er sein bisheriges Leben Revue passieren. Da Houellebecq immer auch ein politischer Autor ist, nimmt seine Perspektive auf die Welt breiten Raum ein, hier vor allem die Zukunft der französischen Bauernschaft. Außerdem werdet Ihr mit viel Lokalkolorit von Barneville-Carteret bis Bagnoles d'Orne verwöhnt. Mir persönlich war das Buch an manchen Stellen zu derb, zu brutal, zu sexistisch und rassistisch, von der gesellschaftpolitischen Bedeutung entwickelt es längst nicht die Wucht wie der Vorgängerroman "Unterwerfung". ISBN-13 978-3832183882

Julian Barnes – Flauberts Papagei. Anfang der 1990er fand ich Barnes "Darüber reden" mal ganz charmant, zwanzig Jahre später "Das Ende einer Geschichte" nur öde. Da "Flauberts Papagei" aber ja zu den Frühwerken gehört, wollte ich ihm dennoch eine Chance geben. Allerdings herrscht auch in diesem Roman eine selbstverliebte, intellektuelle Geschwätzigkeit vor, die bei mir die Augenlider nach zwei Seiten Lektüre zuklappen lässt. Für Flaubert- und Barnes-Fans sicher eine gute Wahl, meinen Geschmack trifft es nicht, sorry! ISBN-13: 978-3462044034

Claire Bonamy – Wiedersehen in Barfleur. Diesen Roman habe ich schon mal auführlich rezensiert. Obwohl wirklich die ideale Strandlektüre und von leichter Hand geschrieben, spart die Handlung doch ernste Themen der Geschichte nicht aus. Ich bin immer noch traurig, dass es keine Fortsetzung gibt. ISBN-13: 978-3548287638

Philippe Grimbert: Ein besonderer Junge. Ganz ehrlich – dieses Buch hat mich sehr verstört zurück gelassen. Irgendwann in den 1970er Jahren entdeckt Louis eine Stellenanzeige, in der die Betreuung für einen autistischen Jungen in der Normandie gesucht wird. Grimbert erzählt die Beziehungsgeschichte zwischen Iannis, seiner Mutter Helena und Louis und verwebt diese mit den Louis' Kindheitserinnerungen. Kein leichter Stoff, aber einer, der unter die Haut geht. Die große Traurigkeit wird durch die Beschreibung eines Küstenortes im Calvados außerhalb der Saison noch  verstärkt. Grimbert bedient sich hier vor allem bei der Gemeinde Luc-sur-Mer an der Côte de Nacre, der erfundene Ort Horville könnte aber auch an jedem anderen Küstenabschnitt spielen. ISBN-13: 978-3423144254


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