Dörfer und Städte in der Normandie – auf den Spuren von Geschichte und Kultur

Sightseeing in der Normandie ist vielfältig. Ich persönlich liebe es, mich durch die Landschaft treiben zu lassen und da Halt zu machen, wo es mir gerade gefällt. Das ist oft auch in Orten, die nicht unbedingt im Reiseführer stehen. Ohne diese Hotspots ist allerdings Eure Normandiereise unvollständig. Macht aber trotzdem nicht den Fehler, von einem "instagramable"-Spot zum nächsten zu hecheln. Dann habt Ihr zwar alles gesehen, den Charakter der Normandie, wo alles etwas entschleunigt und auf Genuss ausgelegt ist, verpasst. Und das wäre doch schade!

Also versteht die folgende Auflistung lediglich als "Merkzettel" und nicht als "Bucketlist". Pickt Euch raus, was Euch interessiert und gestattet Euch den Mut zur Lücke. Die meisten Normandiereisenden werden ohnehin zu Wiederholungstätern.

Die großen Städte in der Normandie

Hand aufs Herz: Wo fängt bei Euch eine Großstadt an? So bei 500.000 Einwohnern? Bei 1.000.000? In der Tat ist in der Normandie eine Stadt mit 100.000 Einwohnern schon richtig, richtig groß. Die imposanten Städte an der Seine-Mündung Le Havre und Rouen, bringen es nur auf 170.000 beziehungsweise 110.000 Einwohner. Das geht in Deutschland als Mittelzentrum durch, Berliner unnd Hamburger würden es sogar als Provinz bezeichnen. Im zentralistischen Frankreich (das nur eine Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern kennt) und in der eher ländlichen Normandie sind diese Städte allerdings schon sehr groß. Zudem wohnen rund um die eigentliche Stadt viele Menschen im Umland, Industrie und Hafengelände sorgen für ein richtig urbanes Feeling.

Das sind die zehn größten Städte der Normandie:

  • Le Havre / Seine Maritime (170.000 Einwohner): Kommt bitte niemals auf die Idee, in eine Tourist-Information in Le Havre zu gehen und nach der Altstadt zu fragen. Die wurde nämlich im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Das neu geschaffene Stadtzentrum Le Havres von Auguste Perret ist eine "Symphonie aus Beton" und steht heute unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes. Wenn Ihr moderne Architektur, Kunst und urbanen Lifestyle mögt, dann ist Le Havre der Top-Tipp in der Normandie.
Die Innenstadt von Rouen besticht mit ihren mittelalterlichen Häusern. Foto: Edmondlafoto/Pixabay
Die Innenstadt von Rouen besticht mit ihren mittelalterlichen Häusern. Foto: Edmondlafoto/Pixabay

• Rouen / Seine Maritime (110.000 Einwohner): Rouen wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt und auch vom römischen Straßennetz lassen sich heute noch Spuren entdecken. Die Stadt ist uralter Bischofssitz – die Liste der Erzbischöfe konnte bis ins 3. Jahrhundert zurückontruiert werden. Während des 100-jährigen Krieges wurde Rouen von den Engländern erobert. Den meisten dürfte in diesem Zusammenhang Jeanne d’Arc einfallen, die hier am 30. Mai 1431 hingerichtet wurde. Auch in den folgenden Jahrhunderten war Rouen eine immer wieder heißumgekämpfte Stadt, die Deutschen besetzen sie während des Deutsch-Französischen Krieges und des Zweiten Weltkrieges. Die Alliierten zerstörten mit Luftangriffen auch hier große Teile Teile der Stadt. Dennoch ist die Stadt reich an historischen Sehenswürdigkeiten und es gibt unglaublich viele alte, noch gut erhaltene Häuser, von denen manche fast 1.000 Jahre alt sind. Die wichtigsten Sakralbauten sind die gotische Kathedrale von Rouen, die Kirche Saint-Ouen, die Kirche Saint-Maclou, die spätgotische reformierte Kirche St-Éloi und die Synagoge. Beeindruckend sind zudem die Profanbauten Großer Uhrenturm (Le Gros Horloge aus dem 14. Jahrhundert: das Fotomotiv der Stadt schlechthin), der Turm Jeanne d’Arc, das Hôtel du Bourgtheroulde , das Pest-Beinhaus L’aître Saint-Maclou mit seinen kunstvollen Schnitzereien und die Place du Vieux-Marché, auf der Jeanne d'Arc verbrannt wurde. Hier befindet sich auch die Kirche Ste-Jeanne-d’Arc.

Mein Tipp: Die Märkte in Rouen sind legendär und du findest fast an jedem Wochentag irgendwo einen Markt, der frische Waren feilbietet. Wenn Ihr auch nach Antiquitäten Ausschau halten wollt, solltet Ihr auf der Place Saint Marc (Dienstag, Freitag, Samstag und Sonntagvormittag) vorbeischauen. Ihr habt eine Stärkung nötig? Keine andere Stadt in Frankreich hat so viele Bars pro Einwohner wie Rouen. In Rouen vereinen sich Geschichte und hippes Stadtleben auf besondere Weise, und so werdet Ihr kein Problem haben, authentische kleine Bars und Cafés zu finden.

Mit Hund dürft Ihr die Parks Jardins de l'hôtel de Ville, Parc de la Presquîle Rollet und Square Verdrel besuchen. Nicht erlaubt sind Eure Lakritznasen im Parc Grammot und im Jardin des Plantes.

  • Caen / Calvados (105.000): Caen wurde das erste Mal 1027 urkundlich erwähnt; besiedelt dürfte die Stadt bereits in der Ur- und Frühgeschichte worden sein. Auch Caen kann auf eine wechselhafte und interessante Geschichte zurückblicken. Im Ersten Weltkrieg beherbergte die Stadt ein Kriegsgefangenenlager für Deutsche Soldaten. Während des D-Days sollte Caen möglichst innerhalb weniger Tage von den Alliierten eingenommen werden, doch die Deutschen Besatzer leisteten heftigen Widerstand. In den Schlachten rund um die Stadt wurde Caen fast vollständig zerstört und von 1948 bis 1962 wieder aufgebaut. Besichtigen solltet Ihr die beiden romanischen Kirchen der Abbaye aux Hommes („Männerabtei“) Saint-Étienne und die Abbaye aux Dames („Frauenabtei“) Sainte-Trinité. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Caens zählt die Burg Wilhelms. Auch ist die Innenstadt einen entspannten Rundgang wert und den Park „Jardin botanique“ dürft Ihr sogar mit Hund besuchen.
  • Cherbourg-en-Cotentin / Manche (80.000): Bereits im 4. Jahrhundert soll auf der Gemarkung ein römisches Castrum befunden haben. Während des 100-jährigen Krieges war die Stadt hart umgekämpft und wechselte mehrfach die Seiten. Berühmt ist Cherbourg für seine Rade, die befestigte Hafenanlage, die für mehrere Jahrhunderte als größte Reede der Welt galt und auch heute noch hinter Katar Platz zwei einnimmt. Die Schlacht von Cherbourg 1944 hinterließ große Zerstörungen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen das Meeresmuseum Cité de la Mer und das Kunstmuseum Thomas Henry. Beide Museen könnt Ihr leider nicht mit Hund besuchen.
  • Evreux / Eure (48.000): Evreux war bereits in keltischer Zeit besiedelt; Dolmen und Menhire sprechen eine lebhafte Sprache. In gallo-römischer Zeit kreuzten sich hier zwei Römerstraßen. Wie überall in der Normandie könnt Ihr auch in Evreux der wehselhaften Geschichte nachspüren. Evreux verfügt über eine unglaubliche Zahl von Parks und Grünflächen. Grundsätzlich sind dort Hunde erlaubt, außer es steht am Eingang etwas anderes vermerkt; Ihr müsst aber Euren Hund an einer kurzen Leine führen. Rund um Evreux ist es – grün. Rund 600 Hektar Waldgebiet erstecken sich rund um die Hauptstadt der Eure, die nur 90 Kilometer von Paris entfernt liegt.  Auch wenn Evreux während der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, könnt Ihr doch einige Sehenswürdigkeiten entdecken: Die Kathedrale Notre Dame, das Museum für Kunst, Geschichte und Archäologie (freier Eintritt!) oder das Rathaus. Entlang des Flußes Iton könnt Ihr den alten Waschhäusern auf die Spur kommen. Bemerkenswert ist auch das Theater, das nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde und dank umfangreicher Restaurationsarbeiten in den letzten Jahren wieder in neuem Glanz erstrahlt.
  • Dieppe / Seine Maritime (29.000). Dieppe ist eine Hafen- und Fischerstadt. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zum ersten mondänen Badeort Frankreichs: Die Pariser strömten per Bahn, die Briten mit der Fähre nach Dieppe. Auch Künstler und Schriftstelkler entdeckten das Hafenstädtchen mit den bezaubernden Lichtstimmungen. Bis heute hat sich das nicht geändert: Im Sommer ist Dieppe bei den Gästen aus aller Herren Länder beliebt. Der Markt von Dieppe wurde gar 2020 zum schönsten Markt in ganz Frankreich gekürt. Berühmt ist das Drachenfest der Stadt, das das größte der Welt sein soll und alle zwei Jahre im September stattfindet, das nächste Mal 2021. Der Ortsname Dieppe [djɛp] leitet sich übrigens vom englischen Wort deep ab und bezieht sich auf die Hafenausfahrt.
  • Sotteville-lès-Rouen / Seine Maritime (29.000) war schon zu gallo-römischer Zeit besiedelt und wurde durch seinen großen Rangier- und Betriebsbahnhof bekannt. Auf die Vergangenheit als große Eisenbahnerstadt weist auch eiune Lokomotive im Stadtwappen hin. Der Bahnhof wurde 1940 von den deutschen Truppen zerstört; ein Drittel der Stadt fiel den briztischen Luftangriffen 1944 zum Opfer. Heute ist die Stadt weitgehend mit Rouen verschmolzen.
  • Saint-Étienne-du-Rouvray / Seine Maritime (29.000) schließt sich direkt südlich an Sottesville an. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort 2016, als zwei islamistische Attentäter den Priester Jacques Hamel während einer Messe ermordeten.
  • Alencon / Orne (26.000) ist die Hauptstadt des Départements Orne und liegt im Naturraum Alpes Mancelles. Berühmt wurde Alencon im 17. Jahrhundert wegen seiner feinen Nadelspitzen. Sie zählen heute zum immateriellen Welterbe der UNESCO. Alles über die feinen Handarbeiten erfahrt Ihr im Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle (Hunde nicht erlaubt). Darüber hinaus gilt es, zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude zu entdecken, wie etwa die Halle au Blé oder die Überreste der mittelalterlichen Stadt im Viertel Saint-Léonard.
  • Le Grand-Queville / Seine Maritime (26.000) grenzt westlich an Sotteville-lès-Rouen und wurde 1030 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt pflegt ein modernes und grünes Image, zahlreiche Parks und Grünflächen wurden in den letzten Jahren angelegt. In Le Grand Queville befindet sich das Messezentrum des Großraum Rouen.

Die schönsten kleinen Städte und Dörfer in der Normandie

Ich persönlich finde ja Kleinstädte und Dörfer mit Hund entspannter und eigentlich könnt Ihr in der Normandie nur wenig falsch machen, wenn Ihr hier zu einem Rundgang aufbrecht. Es befinden sich wahre Juwelen darunter! In der Manche und im Calvados kommt Ihr allerdings nicht um die Kriegswunden herum, denn viele Orte wurden fast vollständig zerstört und in der Zeit der Rekonstruktion wieder aufgebaut. Was Euch auf den ersten Blick hässlich erscheinen mag, gehört heute ebenso zum Kulturerbe der Normandie wie mittelalterliche Gässchen und pittoreske Fachwerkhäuser. Viele Städte und Dörfer können sich mit bestimmten Auszeichnungen und Labels schmücken. Was sich dahinter verbirgt, erfahrt Ihr in dem Blogbeitrag "Keine Stadt ohne Label". Im Folgenden findet Ihr die sehenswertesten Kleinstädte und Dörfer nach Départements aufgeschlüsselt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Hübsche Kleinstädte und Dörfer im Calvados

Der Calvados ist für viele Besucher der Inbegriff der Normandie: Apfelbäume, so weit das Auge blicken kann, friedlich grasende Rinderherden und dazwischen kleine, romantische Ortschaften. Diese Orte lohnen einen Stop:

  • Bayeux gehört quasi zum Pflichtprogramm. Die kleine Stadt westlich von Caen hat den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden, wenn Ihr sehen wollt, wie die Städte wohl früher ausgesehen haben, ist Bayeux sozusagen ein Freilichtmuseum. Nicht zu vergessen die imposante Kathedrale und der berühmte Teppich von Bayeux. Leider sind in allen Museen der Stadt Hunde nicht erlaubt.
  • Beuvron-en-Auge (eines der schönsten Dörfer Frankreichs) besticht mit seinen vielen kleinen Fachwerkhäuschen, die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Ein altes Herrenhaus, eine Markthalle und ein uriges Gasthaus machen das Dörfchen zu einer perfekten Postkarte aus der Normandie. Und über allem liegt der Geruch des Cidre. Folgt vom Dorf aus der "Route des Cidre" und vergesst nicht, Euch entsprechend einzudecken.
  • Cabourg ist eines der berühmten Seebäder des Calvados und atmet für mich den Esprit der Belle Époque – und der Weltliteratur. Kein geringerer als Marcel Proust schrieb im Grand Hotel "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Die Villen von Cabourg zeugen vom Charme der Belle Epoque : kunstvolle Balkone, Bogenfenster, Loggien, Keramik, Mosaiken, farbenfrohe Fassaden. Bis heute ist Cabourg ein beliebter und belebter Badeort mit einem unverwechselbaren Charme. 
  • Clécy liegt im Herzen der Suisse Normande und ist eines der ersten Dörfer, das den neu geschaffenen Titel "village de caractère du Calvados" verliehen bekommen hat. Das Städtchen liegt an spektakulären Felsformationen im Ornetal und kann mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie der Kirche Saint Pierre und dem Viadukt punkten.
  • Deauville / Trouville: Wohl kaum ein anderer Ort ist der Inbegriff für ein normannisches Seebad mit Pariser Chic wie Deauville, und Trouville steht dem nur wenig nach. Ein ziemlich verklärter Zeit-Artikel erhob gar Deauville 2010 zu einer Weltstadt der Hunde. Diese Formulierung wurde zig-fach im Netz kopiert, was sie nicht richtiger macht. Die beiden Gemeinden sind zumindest – von Mai bis Oktober – Städte der Reichen und Schönen, der Rennpferde, der Blechlawinen, des amerikanischen Films und des schicken Ambientes. Für einen Hundeurlaub sind die mondänen Bäder nur außerhalb der Saison zu empfehlen, sehenswert sind sie aber beide ihrer Architektur wegen. Es ist Charles de Morny zu verdanken, dass aus dem einstigen Bauerndorf Deauville ein Königreich der Eleganz wurde.  Nicht zuletzt Napoéon III, ein Halbbruder des kühnen Bauherrn, ist der Aufschwung der Seebäder zu verdanken. Und klar, hier gaben sich schon immer die berühmten Namen die Klinke in die Hand: Gustave Flaubert genauso wie Coco Chanel oder Josephine Baker. Sehenswert sind in Deauville die prächtigen Villen, der Marktplatz und die berühmten "Planches", deren Strandkabinen die Namen berühmter amerikanischer Schauspieler tragen. Trouville war einst ein Fischereihafen. Casino und zahlreiche Prachtbauten lockten auch hier ab Ende des 19. Jahrhunderts die "Oberen Zehntausend" ins Städtchen. Besonders sehenswert ist neben den Ville die Markthalle, die unter Denkmalschutz steht.
  • Falaise hat mich absolut positiv überrascht, mit seiner mächtigen Burganlage und den kleinen Häuschen rund um die Stadtbefestigung. Im Inneren ist das Städtchen von der Zeit des Wiederaufbaus geprägt, hat aber idyllische Flecken und nette Läden zu bieten. Rund um die Stadtbefestigung gibt es viel Grün, auf dem Ihr mit Euren Hunden spazieren gehen könnt.
  • Honfleur (Les Plus Beaux Dètours de France) ist mittlerweile, vor allem bei BesucherInnen aus Fernost, fast so beliebt wie der Mont-Saint-Michel. Rund 3 Millionen Menschen sollen es sein, die sich jährlich vom Städtchen verzaubern lassen, entsprechend voll kann es werden, vor allem zur Hochsaison. Das Städtchen, vom Krieg anders als Le Havre verschont, gilt vielen als typisch normannischer Fischereihafen. In Wirklichkeit ist der aber aus der Zeit gefallen, eine großartige Kulisse bilden die Fachwerkhäuser rund um den alten Hafen dennoch. Fisch bekommt Ihr in einem der zahlreichen Restaurants. Sehenswert ist die gesamte Altstadt, die Holzkirche, die Gärten und Parks der Stadt. Gigantisch sind die Seine-Rundfahrten, bei denen Ihr unter dem Pont der Normandie durchfahrt (Hund erlaubt).
  • Lisieux liegt im Herzen des Pays d'Auge und ist nach Lourdes die zweitgrößte Pilgerstadt Frankreichs. Bekannt ist vor allem die Basilika Sainte-Thérèse. Sie ist nach Thérèse Martin benannt, die hier lebte und wirkte. Ihre religösen Einsichten, unter dem Titel Histoire d’une âme posthum veröffentlicht, wurden ein weltweiter Erfolg. Pilger strömten nach Lisieux und Thérèse wurde erst selig und dann heilig gesprochen (sogar Edith Piaf schwor auf die Heilkräfte der Heiligen Thérèse, mit der sie weitläufig verwandt war). Mit dem Bau der Basilika wurde 1929 begonnen. Sie ist einer der wenigen großen Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts und vereint neubyzantinischen Stil mit Art-Déco-Dekor, Anleihen aus dem Herz-Jesu von Montmartre in Paros, der Notre-Dame de Fourvière in Lyon und der Notre-Dame de la Garde in Marseille. Immerhin zwei Millionen Menschen besuchen die Basilika jährlich.
  • Pont-l’Évêque ist in erster Linie bekannt für den gleichnamigen Käse. Doch der Ort mit seinen vielen hübschen Fachwerkhäusern in der rue Saint-Michel et de Vaucelles ist auch ohne Käsegenuss durchaus sehenswert.  Dieser Teil des Städtchens entging der Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges und wurde aufwendig restauriert. Auf der Place du Tribunal könnt Ihr der Stadtgeschichte  nachspüren. Und klar, es gilt Käsereien und Distillerien zu besichtigen oder die neu geschaffene Calvados Experience (leider nur ohne Hund).
  • Port-en-Bessin muss ich mindestens einmal im Jahr haben. In einem der Hafencafés sitzen und den Fischerbooten wahlweise beim Ein- oder Auslaufen zuschauen, gehört für mich zum normannischen Lebensgefühl, genauso, wie am Ende das Hafens Jakobsmuschelschalen und Versteinerungen suchen. Im Gegensatz zu manchen anderen "Fischerdörfern" ist Port authentisch: Hier wird wirklich noch gefischt, die Jakobsmuscheln sind berühmt. Die frischen Meereserzeugnisse kölnnt Ihr in der Fischhalle erwerben.
  • Villerville liegt zwischen Deauville und Honfleur und konnte sich seinen authentischen Charme eines normannischen Fischerdorfs weitgehend erhalten. 1962 dreht hier Henri Verneuil den Film "Un Singe en Hiver" (ein Affe im Winter) mit Jean-Paul Belmondo und Jean Gabin. Der Ort sieht über weite Strecken immer noch aus wie im Film und Ihr könnt ihn auf einem Rundgang auf den Spuren des Films erkunden.

Hübsche Städte und Dörfer in der Eure

  • Bernay gehört zu den den Ville d'Art et d'histoire und gilt als Tor zur Normandie, zumindest für die Pariser. Und sogar der "Spatz von Paris", Edith Piaf, ist hier bei iher Großmutter aufgewachsen. Bei einem Spaziergang könnt Ihr alte Fachwerkbauten und neue Architektur entdecken. Zum Pflichtprogramm zählen die Rue Gaston Folloppe, die Abteikirche Notre-Dame, das "Pacquebot"-Haus, ein Beispiel für die Art-déco-Architektur, oder die alte Mühle, die heute eine Mediathek beherbergt. Kleine Geschäfte und Restaurants verführen Euch zu einer Pause. Wenn Ihr hier seid, schaut unbedingt im château de Beaumesnil, das auch das "Versailles normand" genannt wird, vorbei. Im Schloss selbst sind Hunde nicht erlaubt, aber im großzügigen Park.

  • Gisors ist ein echter Geheimtipp über den ich erst vor Kurzem gestolpert bin. Angeblich wurde hier im Jahr 1307 der Schatz der Tempelritter versteckt. In dem 968 erstmals urkundlich erwähnten Ort findet Ihr zahlreiche historische Bauten, angefangen mit den Straßen und Gassen der mittelalterlichen Stadt bis hin zu den mächtigen Verteidigungsanlagen, die über dem Ort thronen. Die Feste ist frei zugänglich, es werden zudem kommentierte Führungen angeboten. Die Kirche Saint-Gervais-et-Saint-Protais zählt zu den schönsten gotischen Sakralbauten der Normandie. Im Schloss von Boisgeloup wohnte von 1930 bis 1936 Pablo Piccasso.
  • Giverny ist untrennbar mit dem Maler Claude Monet verbunden. Von April bis Oktober pilgern Kunstfreunde in den 500-Seelen-Ort, um Haus und Garten des Impressionisten zu sehen und sich inspirieren zu lassen – mehr als 500.000 sollen es pro Saison sein. Leider sind Hunde weder im Garten noch im Haus erlaubt, der Besuch muss von Euch also gut geplant werden.

 

  • Le Bec-Hellouin zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Es ist sehr klein, aber ebenso sehr charmant. Blumenpracht und kleine Fachwerkhäuser zieren den Ortskern. Unbedingt sehenswert: Die Abtei Notre-Dame-du-Bec, die im 11. Jahrhundert von Herluin gegründet wurde. Zudem ist die Farm in Bec Hellouin ein Zentrum französischer Permakultur. Ihr könnt den Bauernhof erkunden, frische Produkte kaufen oder einen Kurs für Permakultur-Landwirtschasft buchen.

  • Lyons-la-Forêt  hat ebenfalls das Siegel "eines der schönsten Dörfer Frankreichs" verliehen bekommen und liegt sprichwörtlich irgendwo im nirgendwo, zwischen Rouen, Gisors und Gournay-en-Bray. Nomen ist Omen: Das charmante Dörfchen ist umgeben von der forêt domaniale de Lyons, einem der schönsten Buchenwälder Frankreichs mit zum Teil uralten Baumbestand. Die Straßen werden von Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert gesäumt und die überdachte Markthalle ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Zwei Verfilmungen des Romans Madame Bovary wurden in Lyons-la-Forêt gedreht. Auf einem Rundgang durch das Städtchen könnt Ihr ehemalige Klöster und Wassermühlen entdecken. In der näheren Umgebung findet Ihr weitere Schlösser und Sehenswürdigkeit, die einen Abstecher wert sind, wie die Abbye de Mortemer. Oder Ihr macht einen Ausflug zur Abbaye Notre-Dame de Fontaine-Guérard bei Radepont (Hunde laut Eure-Tourisme erlaubt).
  • Pont Audemer
  • Verneuil d'Avre et d'Iton liegt sozusagen vor den Toren Paris in der südlichen Eure. Das Städtchen zählt zum Naturraum Le Perche. Wahrzeichen ist die Kirche La Madeleine aus dem 12. Jahrhundert mit ihrem 56 Meter hohen Kirchturm. Sehenswert sind zu dem die  normannischen Fachwerkhausensembles und die prächtigen Herrenhäuser aus dem 18. Jahrhundert., Le Tour Grise,  die Festungsgräben und Relikte der Festungsmauer und Kanäle. Ihr könnt die Stadt auf einem Rundgang erkunden. 
  • Vernon

 

Sehenswerte Städte und Dörfer in der Manche

Die Manche ist sicher der beste Landstrich in der Normandie, wenn Ihr mit Hund Urlaub machen wollt. Folgende Städte und Gemeinden schaffen es auf meine persönliche Top-Liste:

  • Avranches liegt an der Bucht des Mont-Saint-Michel, leicht auf einer Anhöhe. Die kleine Innenstadt und der botanische Garten sind sehenswert und an einigen Stellen habt Ihr einen tollen Ausblick über die Bucht und den Klosterberg.
  • Barfleur (eines der schönsten Dörfer Frankreichs) soll auch schon Menschen enttäuscht haben. Ich mag die kleine Stadt wegen des Fischereihafens und der vielen kleinen Details. Geht in die Nebengassen und schaut Euch Häuser und Deko an – überall werdet Ihr etwas Besonderes entdecken.
  • Barneville-Carteret liegt an der Westküste des Cotentin und ist vor allem im Sommer ein belebter und quirrliger Badeort. Kleine Geschäfte zum entspannt shoppen findet Ihr in beiden Ortsteilen, in Carteret gibt es darüber hinaus Richtung Hafen einige gute und sehr gute Restaurants. Zum Pflichttermin gehören ein Besuch am Leuchtturm und der alten Kirche unterhalb.
  • Bricquebec liegt im Herzten des Cotentin. Ein Abstecher lohnt wegen der Burgruine und dem netten Innenstädtchen. Auch der Markt am Montag ist gut beschickt.
  • Carentan ist ein kleines Epi-Zentrum der D-Day-Feierlichkeiten. Ich mag die Innenstadt mit ihren verwinkelten Gassen und vor allem den Hafen. Gut essen gehen könnt Ihr in den zahlreichen Restaurants der Stadt.
  • Coutances ist eine uralte gallische Siedlung mit wechselvoller Geschichte. Besonders beeindruckend ist die Kathedrale im Herzen der Stadt, der Jardiin des Plantes ist ebenfalls sehenswert, leider müssen Hunde draußen bleiben. Immer im Mai verwandelt sich Coutances beim jazz sous les pommiers in ein Mekka der Jazz-Liebhaber.
  • Fermanville ist kleine Siedlung mit weit verstreuten Dörfern am Rande des Val de Saire. Der Hafen Pignot zählt zu einem der kleinsten Häfen Frankreichs. Erstaunlich: Direkt bei Port Pignot befindet sich eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Frankreichs aus dem Früh-Mittelpaläolithikum. Die Ausgrabungsstätte liegt bei Flut unter dem Meeresboden, die Reste der Siedlung könnt Ihr im Normandie-Museum in Caen besichtigen. Die kleinen Steinhäuschen sind charakteristisch für die Region. Daneben könnt Ihr das Cap Levy, das Eisenbahnviaduct und den Hafen am Cap Levy erkunden. extra-Tipp: Im Juni verwandelt sich Fermanville zu einer Open-Air-Kunstmeile. An die 100 Künstler und Kunsthandwerker präsentieren Euch ihre Werke in wunderschönen normannischen Bauerngärten.
  • In Granville ist der Name Programm: Die Stadt ist tatsächlich für Basse-Normandie-Verhältnisse recht groß: 13.000 Menschen wohnen hier. Der Karneval in Granville, der unter dem Schutz des UNESCO-Welterbes steht, geht auf die alte Tradition der Kabeljaufischerei in Neufundland zurück, die dem Städtchen großen Reichtum bescherte. Das letzte Schiff der legendären Neufundlandflotte "Marité" hat ihre Heimat hier im Hafen gefunden. Bis heute ist Granville einer der wichtigsten Häfen für Meeresfrüchte: Wellhornschnecken, Jakobsmuscheln, Venusmuscheln, Tintenfische, Meermandeln und Streifenbrassenwerden von den Fischern aus dem Meer gezogem. Sehr sehenswert ist die Oberstadt mit ihren Befestigungsanlagen und kleinen Gässchen. 
  • Der Mont-Saint-Michel ist eine der prominentesten Sehenswürdigkeiten in ganz Frankreich – rund 3,5 Besucher werden jährlich verzeichnet. Um Euren Besuch mit Hund auf dem Klosterberg vorzubereiten, habe ich alle wichtigen Infos in diesem Artikel zusammengefasst.
  • Portbail ist unsere Herzensstadt. Wir lieben die Atmosphäre, den Markt, wenn das Wasser in den Havre läuft oder wir in einer Bar uns ein kühles Bier schmecken lassen. Portbail ist einfach ein Rundum-Wohlfühl-Programm. Anschauen müsst Ihr Euch die Innenstadt der kleinen grauen Stadt am Meer und die berühmten Schiffswracks an der Brücke. Auch der Markt am Dienstag gehört auf Eure Agenda!
  • Regnéville-sur-Mer
  • Sainte-Mère-Égilse
  • Sainte-Marie-du-Mont
  • Saint Lô
  • Saint-Vaast-la-Hougue
  • Villedieu-les-Poêles
  • Valognes

Hübsche Orte und Kleinstädte in der Orne

  • Argentan
  • Bagnoles de l'Orne
  • Bellême
  • Domfront
  • Écouché
  • La Perrière
  • Longny au Perche
  • Le Sap
  • Saint-Céneri-le-Gérei(eines der schönsten Dörfer Frankreichs)
  • Sees

 

Sehenswerte Orte in Seine-Maritime

Vor allem die Orte an der Steilküste sind wohl Sehnsuchtsziel jeden Normandie-Urlaubers. Daneben gibt es aber ein paar echte Geheimtipps im Landesinneren, die Ihr auf keinen Fall versäumen dürft.

  • Étretat
  • Eu
  • Fécamp
  • Forges-les-Eaux
  • Pont Audemer (das normannische Venedig)
  • Veules-les-Roses (eines der schönsten Dörfer Frankreichs)
  • Yport

 


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