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Sommer 2020 in der Normandie – das ist jetzt wichtig!

Seit dem 15. Juni dürft  ohne Restriktionen wieder nach Frankreich reisen. Was ist jetzt anders zu einem "normalen" Urlaub in der Normandie? Hier erfahrt Ihr das Wesentliche zu Restaurants, Stränden und zum Einkaufen. Jeweils am Ende des Artikels gibt es die Neuesten Infos zur Infektionslage in der Normandie!

Eine Möwe sitzt auf einem Stein vor dem Leuchtturm in Goury

Ein fast "normales" Leben ist in der Normandie wieder möglich

Die ersten UrlauberInnen, die diesen Sommer in der Normandie eingetroffen sind, haben einen regelrechten "Kulturschock" erlitten. Der Grund: Viele Franzosen gehen sehr locker mit der aktuellen Lage um, das Virus ist aus den Köpfen und aus dem Alltag verschwunden. Trotzdem könnt Ihr einen sicheren Urlaub in der Normandie verbringen. Meine Tipps für Euren Sommerurlaub:

 

  • Anreise: Ihr könnt wieder frei von Beschränkungen einreisen, auch eine Selbstauskunft ist nicht mehr nötig.
  • Masken: Das Tragen von Masken ist nur in öffentlichen Verkehrsmitteln und in vielen Museen obligatorisch. Auch beim Umherlaufen im Restaurant ist das Maskentragen noch vorgeschrieben. Beim Einkaufen wird es zwar empfohlen, aber Ihr werdet immer weniger Menschen mit Masken herumlaufen sehen! Die sogenannten Alltagsmasken sollen möglichst dem AFNOR-Standard entsprechen. Was das ist und wie Ihr eine solche Maske selbst herstellen  können, erfahrt Ihr auf der Seite der AFNOR (auf französisch). Hier könnt Ihr auch nach Verkaufsstellen für Masken nach AFNOR-Standard suchen.  Achtung: Das Wegwerfen von Einwegmasken ist mit einem Bußgeld bewehrt und kostet Euch 135 Euro. Geht von dem Geld lieber gut essen! Gesichtsvisiere und Masken ohne AFNOR-Standard dürfen verwendet werden, haben aber nicht die gleiche Schutzwirkung.
  • Strände: Alle Strände sind wieder offen. Zum Teil stehen die Schilder noch, die zum "dynamischen" Verhalten am Strand anhalten. Kontrolliert wird das (zumindest bei uns in der Manche) aber nicht mehr. Haltet Euch aber bitte an die grundsätzlichen Einschränkungen für Hunde an den Stränden und sammelt vor allem den Kot Eurer Tiere wieder ein.
  • Märkte: Wochenmärkte sind wieder offen, aber es gilt weiterhin: Abstand halten. Zum Teil ist ein Einbahnsystem etabliert. Lasst in diesem Sommer Eure Hunde besser Zuhause, wenn Ihr auf den Markt wollt. Beachtet die Sicherheitsregeln und Anweisungen der Ordner.
  • Supermärkte und Geschäfte: Das Tragen von Schutzmasken ist nicht obligatorisch, aber wird empfohlen. In den großen Supermärkten werdet Ihr nur wenig Menschen mit Masken sehen. Kleinere Geschäfte haben meist detaillierte Anweisungen im Eingangsbereich hängen, wie Begrenzung der Personenzahl, Maskenpflicht oder Handdesinfektion. Grundsätzlich gilt: Haltet Abstand. Eine gute Zeit zum Einkaufen im Supermarkt ist die Mittagszeit. Kleine Geschäfte haben dann allerdings meist eine zweistündige Mittagspause. Geht nicht jeden Tag zum Einkaufen, sondern nur einmal pro Woche. Bargeldloses Zahlen ist gerne gesehen! Wo möglich unterstützt bitte kleine regionale Geschäfte, die unter der Corona-Krise mehr zu leiden hatten als Supermärkte und Discounter.
  • Tierärzte: Behandeln wieder regulär, ich empfehle Euch aber, einen Termin zu vereinbaren (telefonisch oder über die facebook-Seite Eures Tierarztes). Das Tragen von Masken ist empfohlen, in manchen Kliniken obligatorisch.
  • Restaurants: Die Restaurants haben fast alle wieder geöffnet. Es muss ein Meter Abstand zwischen den Tischen sein, es dürfen maximal zehn Personen pro Tisch zugelassen werden. Ich empfehle Euch, eine Reservierung vorzunehmen. Erkundigt Euch, ob Ihr am Tisch zahlen könnt, damit Ihr Euch nicht durchs Gewusel drängeln müsst! Zum Betreten des Restos müsst Ihr eine Maske tragen, die Ihr am Tisch abnehmen dürft. Der übliche Apero vor dem eigentlichen Betreten des Restaurants soll nicht gestattet sein (die geübte Praxis sieht allerdings vielerorts schon wieder ganz anders aus!)  Grundsätzlich: Abstand halten und Maske auf, wenn Ihr auf Toilette müsst oder vor die Tür zum Rauchen geht. Wenn Euch das alles zu kompliziert ist: Viele Restos bieten einen Abholservice an.  Zahlt möglichst per Karte.
  • Ferienhäuser: Dürfen  Euch unter Hygienevorschriften wieder empfangen. In der Regel stellen die Vermieter Euch einen Maßnahmenkatalog zur Verfügung, der sich an dieses Sicherheitskonzept anlehnt. Falls Ihr zwischendrin das Bedürfnis habt, etwas desinfizieren zu müssen: Schüttet keine (aus Deutschland mitgebrachten) Bleichmittel in den Auguss/die Toilette (und auch nicht in die Natur). Unter Umständen ist Euer Ferienhaus nicht an die Kanalisation angeschlossen und das Bleichmittel kann die Klärgrube zerstören. Fragt gegebenenfalls Eure Vermieter, welche Putz- und Desinfektionsmittel Ihr verwenden dürft.
  • Camping: Die Campingplätze sind in ganz Frankreich wieder geöffnet. Zum Teil gibt es Verhaltensregeln an den Pools und in den Sanitäranlagen. Was im Einzelnen für die Campingplätze gilt, steht in diesem Hygienekonzept. Stellplätze sind ebenfalls geöffnet. Freistehen ist möglich, solange Ihr kein Campingverhalten zeigt (Stühle, Tische, Markise, Grill). Auch hier gilt: Haltet Abstand, verzichtet auf Kuschelcamping und fahrt notfalls weiter. Im Landesinneren ist dies, vor allem zur Saison, eher möglich als direkt an der Küste. Achtet darauf, keine Zufahrten (zum Strand, zur Kuhweide etc.) zu behindern, parkt nicht mitten im Ort, nehmt Rücksicht auf die Anwohner und Euren Müll wieder mit! Da wir an Pfingsten an der Küste von Wohnmobilen überrannt wurden, ist es möglich, dass einzelne Gemeinden Beschränkungen aussprechen. Haltet Euch daran! Positiv zu vermerken ist aber, dass es trotz Camping-Trend noch freie Plätze auf den Campings in der Normandie gibt.
  • Museen:  sind zum Großteil wieder geöffnet. Zum Teil müsst Ihr online eine bestimmte Zeit reservieren, oft ist nur eine bestimmte Personenanzahl im Museum zugelassen. Das Tragen von Alltagsmasken ist meist obligatorisch. Manche Häuser haben zudem ein Einbahnsystem etabliert. Der Blick auf die Homepage Eures Lieblingsmuseums zeigt Euch, wie der Besuch im Einzelnen geregelt ist.
  • Natur: Auch wenn die Situation sich etwas entspannt hat: Es ist immer noch zu trocken, am Lac des Bruyères hat es bereits einen Waldbrand gegeben! Daher bitte nicht rauchen, wenn Ihr in der Natur unterwegs seid.
  • Tiere: Viele Tiere haben sich Lebensräume zurück erobert. Ihr werdet mehr Rehe, Kaninchen, Feldhasen, Kreuzottern  etc. sehen. Die Rehe waren auch schon am Strand! Wenn Euer Hund zum Jagen neigt, benutzt eine Schleppleine. Am Strand brüten Vögel (Seestrandläufer), erkundigt Euch bei der Aufsicht oder im Ferienhaus, wo noch Brutvögel anzutreffen sind und meidet diese Plätze. Die Zahl der Schlangen hat in den Dünen zugenommen, ich wurde von einem Anwohner gewarnt, dessen Hund gebissen wurde.
  • Wandern: Vielerorts sind die Wanderwege nicht gemäht und auch in den Straßengräben macht sich der giftige Riesenbärenklau breit. Bleibt daher wo möglich auf geschotterten Wegen und nehmt die Hunde an die Leine, wenn Ihr Bärenklau seht (auch Wiesenbärenklau kann allergische Reaktionen auslösen).
  • Freizeit: Kinos, Ferienzentren, Kasinos und Spielhallen sind wieder geöffnet, genauso wie große Freizeitparks. Mannschaftssportarten sind wieder erlaubt. Ab dem 11. Juli dürfen zudem Rennbahnen und Stadien mit einer Besucheranzahl bis 5.000 Menschen wieder öffnen. Ab 1.500 Personen muss die Veranstaltung angemeldet werden. Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Besuchern bleiben voraussichtlich bis 1. September untersagt, ebenso bleiben die Discotheken bis dahin geschlossen. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen dann auch wieder Messen, Shows und Ausstellungen möglich sein.
  • Feuerwerk: Die meisten Feuerwerke zum Nationalfeiertag (14. Juli) und Mitte August (Maria Himmelfahrt: 15. August) wurden abgesagt.
    Zu den abgesagten Feuerwerken in der Normandie am Nationalfeiertag (oder Vorabend, 13. Juli)  gehören (ohne Gewähr für Vollständigkeit/Richtigkeit):
    Calvados: In den meisten Gemeinden rund um Caen findet kein Feuerwerk statt. Ausnahmen: 13. Juli, um 23 Uhr im Garten der Coteaux-de-la-Mue in Rots und in Lion-sur-Mer, 13. Juli, 23 Uhr. Langrune-sur-Mer möchte am 9. August, 23 Uhr, sein Feuerwerk abfeuern.
    Manche: Cherbourg, Saint-Germain-sur-Ay, Saint-Pair-sur-Mer. Unklar ist, ob das Feuerwerk in Barneville-Carteret stattfindet.
    Orne: Alencon.
    Seine-Maritime: zahlreiche Städte, darunter Rouen, Le Havre, Evreux, Étretat, Fécamp und Dieppe.
    Erkundigt Euch bei der Gemeinde Eures Zielorts, ob Feuerwerke geplant sind. Es ist nicht ganz auszuschließen, dass vereinzelt privat geböllert wird (am Abend des 14. Juli oder auch schon in der Nacht vom 13. auf den 14.). In dcen Départements Seine-Maritime und Eure ist das Privatleuten allerdings verboten! Passt entsprechend auf Eure Hunde auf.
  • Müll: Schon vor Corona haben viele Gemeinden in der Normandie auf ein neues Mülltrennungssystem umgestellt, mit Gelben Säcken und Restmülltüten. Fragt in Eurem Ferienhaus nach, wie es gehandhabt wird. Wenn Ihr potentiell infektiösen Müll habt (Einmalmaske, Pflaster, Taschentücher) so soll dieser in einen extra Beutel, dieser Beutel verschlossen und erst dann zum Restmüll gegeben werden.
    Bitte: Stellt keinen Müll einfach lose auf die Straße, so wie es deutsche Urlauber mit ihrer Kartonage und ihrem Plastikmüll bei uns im Ort getan haben. Der Wind verteilt das im ganzen Ort, und anhand der deutschen Beschriftung der Verpackung sieht jeder Franzose, wer das war.
  • Sonstiges: Schreibt Euch auf, wann und wo Ihr  mit wem in Verbindung wart, damit die Behörden Eure eventuellen Kontakte nachvollziehen können. Die Corona-Warn-App StopCovid ist nicht kompatibel zur deutschen. Sie funktioniert ohnehin nur, wenn Ihr länger als eine Viertelstunde näher als einen Meter Kontakt zu einem Infizierten hattet. Die Benutzung der App ist freiwillig und kann kostenfrei in den jeweiligen Stores herunter geladen werden.
  • Krankheit: Wenn Ihr Euch krank fühlt, geht zum Arzt. Fragt bei Eurem Vermieter nach, welche Ärzte eventuell Englisch oder Deutsch können. Ihr braucht grundsätzlich einen Termin!
  • Notfall: Es gilt wie überall die europäische Notfallnummer 112, ansonsten könnt Ihr den Rettungswagen SAMU über die 15 anrufen, Ländervorwahl Frankreich nicht vergessen (0033). Für Corona-Verdacht wurde in der Normandie zudem die Rufnummer 116 117 eingerichtet, die rund um die Uhr erreichbar ist.
  • Gesundheitsnotstand: Der Gesundheitsnotstand läuft am 10. Juli aus und wird durch ein neues Gesetz ersetzt, dass zwar die Freiheitsrechte einschränken kann, aber einen generellen Shutdown nicht mehr möglich macht (dazu bräuchte es ein neues Gesetz). Unter Umständen sind regionale Maßnahmen möglich.

Hinweise zur Corona-Situation in der Normandie

Stand 7. Juli: In der Normandie sind kumuliert auf sieben Tage 4,12 Menschen pro 100.000 Bewohnern positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Es wurden 654 Tests pro 100.000 Einwohner durchgeführt (kumuliert auf sieben Tage), davon waren 0,69 Prozent positiv. Der Reproduktionsfaktor lag bei 1,08 und ist somit im Vergleich zum 30. Juni weiter rückläufig. Es werden kostenlose Massentests für die Bevölkerung in den Gebieten mit Clustern angeboten. In absoluten Zahlen wurden vom 28. Juni  bis 4. Juli so viele Tests durchgeführt:
Calvados: 4977 Tests, 11 positiv; Eure: 2719 Tests, davon 11 positiv; Manche: 1510 Tests mit 5 positiven Fällen; Orne: 1890 durchgeführte Tests, 9 positive Ergebnisse, Seine-Maritime: 8734 Tests, davon 100 positive. Die Auslastung der Intensivbetten lag bei 3,26 Prozent und ist weiterhin leicht rückläufig. 214 Menschen befanden sich noch im Krankenhaus, davon sieben auf der Intensivstation. Die Daten werden jeweils Dienstag- und Freitagabend von der Gesundheitsbehörde der Normandie aktualisiert.

Stand 30. Juni: In der Normandie sind kumuliert auf sieben Tage 3,66 Menschen pro 100.000 Bewohnern positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Es wurden 507 Tests pro 100.000 Einwohner durchgeführt (kumuliert auf sieben Tage), davon waren 0,78 Prozent positiv. Der Reproduktionsfaktor lag bei 1,37 und ist somit im Vergleich zum 26. Juni wieder rückläufig. Es werden kostenlose Massentests für die Bevölkerung in den Gebieten mit Clustern angeboten. Es gibt noch sieben aktive Cluster, davon fünf in Seine-Maritime und zwei in der vEure. Die Auslastung der Intensivbetten lag bei 3,65 Prozent und ist weiterhin rückläufig. 220 Menschen befanden sich noch im Krankenhaus, davon sieben auf der Intensivstation. Die Daten werden jeweils Dienstag- und Freitagabend von der Gesundheitsbehörde der Normandie aktualisiert.

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