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Fotoparade 2021 – Bilder sind vor meiner Haustür

Jedes Jahr ruft Michael auf seinem Reise- und Fotografie-Blog "Erkunde die Welt" zur Fotoparade auf. Für mich war das immer eine tolle Gelegenheit, das Jahr Revue passieren zu lassen. Dann kam Corona und ich habe die letztjährige Ausgabe ausgelassen. Zu unbedeutend, zu langweilig, zu nichtssagend erschienen mir meine Fotos, von denen die meisten während der Confinements entstanden waren.

Dieses Jahr sollte alles besser werden, aber um es kurz zu machen: Ich war noch weniger unterwegs als 2020. Ich habe es zweimal ans Cap de la Hague geschafft, zweimal nach Bayeux (Zahnarzttermin!) und einmal nach Caen (ja, genau, auch zum Doc). In Saint Lô war ich: zum Impfen. Einmal war ich in Barfleur und einmal im Val de Saire, da tatsächlich zum Fotografieren. Die ein oder andere Wanderroute haben wir noch gedreht, aber das wars. Meine Präferenzen lagen klar woanders in 2021.

Dabei war das Jahr 2021 (von den globalen Katastrophenmeldungen abgesehen) gar nicht so schlecht. Also, mein persönliches Jahr hatte Höhen und Tiefen, aber welches Jahr hat das nicht.

Nur bewege ich mich immer mehr in meinem persönlichen Mikrokosmos. Auch fotografisch. Ihr müsst also damit leben, dass alle Fotos im engen Umkreis entstanden sind, auch wenn es anders geplant war.

Micha hat auch dieses Jahr Kategorien vorgegeben, an denen hangele ich mich durchs Jahr und die Festplatte und wünsche Euch viel Spaß beim Anschauen.

Die Aufgaben:

  • “Licht und Schatten”
  • “Tierisch”
  • “Gewässer”
  • “Aussicht”
  • “Hoch hinaus”
  • “Schwarz-Weiß”

Die Zusatzaufgaben:

  • “aufgeblüht”
  • “eng”
  • “Einschlag”
  • “rot”
  • “minimalistisch”
  • “Natur pur”

Außerdem soll ich mein "schönstes Foto 2021" küren.

Die Aufgaben

Licht und Schatten

Diese Kategorie passt wie Arsch auf Eimer zu meinem 2021. Es ging wirklich das ganze Jahr munter auf und ab wie in einem Fischerboot bei Windstärke 10.

Fotografisch finde ich, dass Licht und Schatten schwer umzusetzen sind, ohne dass die Tiefen absaufen und die Lichter ausbrennen. Insofern war der Botanische Garten in Vauville eine echte Herausforderung mit seinen starken Kontrasten und dem ständigen Wechsel von Licht und Schatten:

Tierisch

Das ist meine Paradedisziplin und deshalb zeige ich Euch meine liebsten Viechereien aus diesem Jahr.

Drei Boder Collies aus der Zucht von Thircans's Dream am Strand in der Normandie
We proudly present: Rey, Teddy und Neytiri – alle "mehr oder weniger" mit Idgie verwandt – die Familienähnlichkeit lässt sich nicht leugnen.

Idgies Züchterin, Cathrin Ziebarth, war seit über vier Jahren mal wieder in der Normandie. Zeit für ein Familientreffen an unserem Strand – die fünf Border hatten ihren Spaß, auch wenn Idgie nicht dazu zu bewegen war, mit aufs Familienfoto zu liegen. Das kurze Meeting war ein echtes Highlight des Jahres.
Auch wenn ich dieses Jahr nur wenig unterwegs war, von meinen Hunden habe ich ein paar neue Lieblingsfotos:

Gewässer

Wenn man wie wir am Meer wohnt, ist das Thema "Wasser" allgegenwärtig. Deshalb zeige ich Euch ein paar Bilder, die nichts mit dem Ozean vor der Haustür zu tun haben.

Der See in La Feuillie (das ist wirklich nur ein Katzensprung von meinem Wohnort entfernt) stand schon lange auf meiner Fotoagenda. Dieses Jahr hat es dann geklappt, an einem ruhigen Vormittag das Bild zu machen, das ich im Kopf hatte.

Den Wasserfall in Le Vast kennen viele Urlauber:innen – allerdings nur aus der Perspektive von der Straße aus. Zu den Tagen des Europäischen Kulturerbes, Mitte September, öffnen die Schlossbesitzer extra für die vielen Fotografen ihren Garten, und so gibt es den pittoresken Wasserlauf aus einer anderen Perspektive. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Schlossherren dafür!

Wenn Ihr von Portbail aus Richtung Lindbergh-Dünen lauft, kommt Ihr am Weiler La Rivière vorbei, den Zufluss L'Olonde müsst Ihr über eine schmale Betonbrücke überqueren, von der gegenüberliegenden Seite habt Ihr einen schönen Blick auf die Steinhäuschen, die sich auf meinem Bild im Fluss spiegeln. 

Aussicht

Meine Lieblingsaussicht ist die  auf den Leuchtturm am Cap de la Hague in Goury. Einmal pro Jahr muss ich da hin und mir den Wind um die Ohren wehen lassen (auch wenn meine nicht so vorwitzig in der Böe stehen bleiben wie die von Idgie).  Auf der Route des Caps entdecke ich auch nach vielen Jahren immer noch etwas Neues und deshalb gehört diese Tour zu meinen Lieblingsausflügen.

Ein Border Collie am Cap de La Hague in der Normandie.
Idgie in Goury.

Hoch hinaus

Da ich selber mit Höhenangst gesegnet bin, übernehmen den Part des "hoch hinaus" dankenswerter Weise zwei Leoparden der normannischen Flagge vor der Kathedrale in Bayeux.

Eine normannische Flagge weht vor der Kathedrale in Bayeux in der Basse-Normandie.
Kathedrale in Bayeux mit normannischer Flagge im Wind.

Schwarz-Weiß

Dieses Foto ist ein Zufallsprodukt, quasi im Vorbeigehen geschossen. Aber ich wusste schon beim Fotografieren, dass das Schwarz-Weiß sein muss, hatte eine genaue Vorstellung im Kopf.
Was Ihr da seht, sind aufeinander gestapelte Hummerkörbe bei einem Fischerei- und Austernzuchtbetrieb in Blainville (Manche).

Die Zusatzaufgaben

Aufgeblüht

Beim Durchsehen der Fotos des Jahres habe ich gemerkt: Blumen habe ich dieses Jahr viel fotografiert. Durch den Regen im Frühsommer hat dieses Jahr aber auch alles geradezu überschießend geblüht – das war die Jahre zuvor nicht so. Ich könnte einen ganzen Bildband mit Rosen und Stockrosen füllen – und Hortensien. Stellvertretend für ein blumiges Jahr:

Eng

Eng war es vor allem auf dem Bürgersteig in Barfleur, als ich dieses Foto gemacht habe :-)

Der Hafen von Barfleur in der Basse-Normandie.
Voll der Durchblick in Barfleur.

Einschlag

Zugegeben, der Einschlag auf diesem Foto ist schon ein paar Jahre her. Das Bild zeigt Reste des Atlantikwalls in Neville, die ehemalige Batterie "Blankenese". Interessanterweise war sie mit englischen Flugabwehrkanonen ausgestattet, die die Wehrmacht auf Jersey erbeutet hatte. Ursprünglich lagen die Stellungen hinter den Dünen, aufgrund der Erosion sind sie heute direkt am Strand zu finden. Die britischen Kanonen waren nicht geeignet, um Seeziele effektiv zu bekämpfen. Die Amerikaner nahmen die Stellung am 18. Juni 1944 unter Beschuss, woraufhin die Wehrmacht die Anlage evakuierte – nicht ohne die Bunker und alle nicht transportfähigen Waffen zu zerstören. Bis heute liegen am Strand so viele Blindgänger, dass das Sondeln mit Metallsuchgeräten strikt verboten ist!

Rot

Eines meiner Lieblingsfotos des Jahres: Die rote Spitze des Leuchtturms in Agon-Coutainville, durch das Dünengras hindurch fotografiert.

Leuchtturm von Agon-Coutainville in der Normandie.
Leuchtturm in Agon-Coutainville.

Minimalistisch

Nur Struktur, Licht und Farbe – das Foto zeigt eine an den Strand gespülte Ohrenqualle, die von der Sonne beschienen wird.

Natur pur

Hier habe ich kein Foto für Euch. Zum einen, weil ich immer noch keine Landschaftsfotos kann. Zum anderen, weil es nahezu unmöglich ist, "Natur pur" zu fotografieren. Denn das würde bedeuten: Ohne jeden menschlichen Einfluss. Ihr seht in diesem Beitrag zum Fopanet viele Naturfotos. Aber sie sind in Parks oder Gärten entstanden, wo klar der schöpferische Wille des Menschen maßgeblich war und nicht Mutter Natur. 

Letztendlich ist (fast) alles Kulturlandschaft, Natur pur ist extrem selten geworden, die Handschrift des Menschen ist überall.

Das klingt auf den ersten Blick brutal und negativ, und ja, der Mensch ist der Zustandsstörer auf diesem Planeten und oft Zerstörer. Selbst da, wo Ihr es nicht vermuten würdet, zum Beispiel in den Dünen: an ihnen nagt die Erosion, die sich durch den menschengemachten Klimawandel extrem beschleunigt hat.

Auf der anderen Seite haben mir gerade die letzten Monate gezeigt, dass wir zwei Dinge ganz dringend brauchen: Die Natur und die Nähe anderer Menschen. Von daher gehört für mich der Mensch mit all seinen Facetten ins Bild.

Normannische Landschaft ohne Steinhäuser, Steinmauern, Hecken, Kühe oder andere Weidetiere ist beliebig, nicht charakteristisch oder authentisch. Zur Normandie gehören auch die Menschen, die sie bevölkern, mit Geschichte, Kunst und Kultur bereichert haben. Das wird dann mein Fotoprojekt für 2022.

Mein schönstes Foto 2021

In diesem Sinne habe ich das untenstehende Foto zu meinem schönsten Foto erkoren. Es zeigt einen Traditionssegler bei der Einfahrt in den Hafen von Barfleur. Ja, es sind ziemlich viele Menschen auf dem Bild, es wimmelt vor Aktivität. Es ist nicht "steril", es ist unverfälscht, so wie es an diesem September-Tag eben war, und ich mag vor allem die vielen großen und kleinen roten Farbtupfer im Foto.

Ein Segelschiff fährt in den Hafen von Barfleur in der Basse-Normandie.
Traditionssegler bei der Hafeneinfahrt nach Barfleur.

Die tollsten Fotos anderer Teilnehmer:innen

Die Fotoparade nutze ich immer für einen Blick über den eigenen fotografischen Tellerrand und stöbere ausgiebig in den anderen Beiträgen. Auch in 2021 sind echte fotografische Leckerbissen dabei. Schaut doch mal rein:

 

  • Bei Verena von Hinter dem Horizont findet Ihr beeindruckende Fotos von ihren Wanderungen.
  • Sabina von Smilesfromabroad hat sehr abwechslungsreiche Bilder von ihren Reisen gemacht und das coolste Selfie des Jahres 2021 :-).
  • Wirklich grandiose Fotos habe ich bei Reisewut gefunden.
  • Fast alle Bilder im Beitrag von 2Coinstravel haben mich ziemlich geflasht.
  • Ein sehr professionelles Portfolio zeigen die Fotonomaden.

Die Fotoparade läuft noch bis zum 15. Januar – Ihr könnt also mit Eurem Blog noch mitmachen. Und sicher werden noch viele tolle Beiträge folgen.

Alle Paraden-Fotos findet Ihr bei Michael auf der Übersichtsseite der Fopa.

Noch mehr Fotos?

Meine alten Fotoparaden-Beiträge findet Ihr hier:

Fotoparade 2019 – Mission impossible

Fotoparade II/2018 – in 10 Bildern durch die Normandie und Bretagne

Fotoparade 2018 – in 11 Fotos durch die Normandie

 

Außerdem sind viele meiner Bilder "käuflich" – zum Beispiel als Kalender oder als Print/Downloaddatei. Schaut doch mal hier vorbei:


Und welches Foto hat Euch am besten gefallen? Schreibt es mir in die Kommentare.

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Kommentare: 3
  • #1

    DieReiseEule (Samstag, 04 Dezember 2021 21:46)

    Die Flagge und die Kathedrale: Was ein sagenhaftes Fotomotiv. Ich bin begeistert.
    Und dein schönstes Foto ist ebenfalls toll. Ich träume mich jetzt ans Meer.

    Liebe Grüße

    Liane

  • #2

    Christa W. (Samstag, 04 Dezember 2021 23:43)

    Idgie in Goury und das Bild mit Ben am Stein gefallen mir am Besten. Aber auch alle anderen. LG

  • #3

    Anwolf - Unterwegs auch mit Hund (Mittwoch, 12 Januar 2022 09:52)

    Liebe Barbara,
    dein Artikel und deine Fotos wecken die Sehnsucht in mir! Ich will möglichst bald wieder Richtung Normandie (und/oder Bretagne) reisen. Im letzten Jahr waren wir ja in Südfrankreich unterwegs, was auch wirklich fantastisch und total abwechslungsreich war, aber der Norden Frankreichs ist eine Herzensangelegenheit! Deine Fotos gefallen mir alle echt gut und an deinen Gedanken zu "Natur pur" ist viel Wahres dran.
    Ich habe deinen Artikel sehr gerne in meinem Beitrag zur Fotoparade (ging gestern online) verlinkt. Viele Grüße, Andrea


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